Mädchen füllt Test aus
ORF.at/Zita Klimek
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Bildung

Kosten für Nachhilfe laut AK gestiegen

Im laufenden Schuljahr haben Eltern in der Steiermark insgesamt 13,6 Millionen Euro für Nachhilfe ausgegeben – laut Arbeiterkammer ein deutlicher Anstieg im Vergleich mit den vergangenen Jahren. Viele Eltern können sich die Nachhilfe nicht leisten.

Nach 530 Euro im Schuljahr 2019/20 und 500 Euro im Schuljahr 2020/21 haben Eltern heuer laut AK pro Kind im Schnitt 600 Euro für Nachhilfe ausgegeben. „Die Kosten pro Nachhilfeeinheit sind deutlich gestiegen. Der Anteil an kostenloser Nachhilfe durch die Eltern im Homeoffice ist dagegen wieder deutlich gesunken“, erklärt Alexandra Hörmann von der Arbeiterkammer.

Nachhilfe für viele Eltern nicht leistbar

Ein Drittel der Schülerinnen und Schüler in der Steiermark habe laut AK Nachhilfebedarf. 23.000 Kinder haben im laufenden Schuljahr oder in den Sommerferien davor bezahlte Nachhilfe in Anspruch genommen. Die Eltern von weiteren 22.000 Kindern konnten sich trotz Lernbedarf die Nachhilfe nicht leisten oder fanden kein passendes Angebot. „Der Bildungserfolg in unserem Schulsystem ist in vielen Fällen abhängig davon, ob sich die Eltern die teure Nachhilfe leisten können“, so Hörmann.

Die Nachhilfestudie der AK zeigt auch: Wenn an Schulen hochwertiger Förderunterricht am Nachmittag angeboten wird, benötigen nur rund zehn Prozent der Kinder bezahlte Nachhilfe. Die geringste Notwendigkeit nannten die Eltern jener Kinder, die verschränkte ganztägige Schulformen besuchen.

NEOS fordern „Talentschulen“

Wenn sich Unterrichts-, Lern- und Freizeitphasen im Laufe eines Tages abwechseln, ist der Lernerfolg der Kinder so hoch, dass nur neun Prozent von ihnen zusätzlich eine bezahlte Nachhilfe benötigen. „Diese ganztägige Schulform ist allen anderen Schulformen weit überlegen und gibt auch Kindern, deren Eltern sich keine Nachhilfe leisten können, gerechte Chancen auf eine gute Bildung“, meint dazu der steirische AK-Präsident Josef Pesserl.

Als Reaktion auf die Studie der Arbeiterkammer fordern die steirischen NEOS sogenannte „Talentschulen" nach dem Vorbild Nordrhein-Westfalen. Dort würden Schulen mit besonderen Herausforderungen spezielle Unterstützung erhalten. “Jede Nachhilfe muss Lücken auffüllen, die in der Schule aufgebrochen sind. Das ist teuer und für viele Eltern nicht leistbar. Das Geldbörserl der Eltern darf nicht länger über den Bildungserfolg entscheiden. Alle Kinder sollen die gleiche Chance haben, die beste Bildung zu erfahren“, so NEOS-Klubobmann Niko Swatek in einer Aussendung.