AMS Arbeitsmarktservice Arbeitslos
APA/Herbert Neubauer
APA/Herbert Neubauer
Wirtschaft

Arbeitsmarkt vor Zeitenwende

Immer mehr Menschen sind in Beschäftigung, und dennoch zeichnet sich eine Zeitenwende ab: Der Fachkräftemangel bleibt in seiner Massivität, was dazu führt, dass sich Arbeitssuchende in vielen Bereichen ihre Stellen aussuchen können.

Ende Juni waren österreichweit 298.402 Menschen arbeitslos gemeldet oder in Schulung – das sind um 61.747 weniger als im Juni 2021. Die Arbeitslosenquote sank auf 5,5 Prozent, das ist der niedrigste Stand seit 2008. Die Voranmeldungen zur Kurzarbeit haben sich binnen eines Monats auf 24.436 halbiert – mehr dazu in Arbeitslosigkeit sank auf 5,5 Prozent (news.ORF.at).

Arbeitslosenzahlen Juni
Grafik: APA/ORF.at, Quelle: AMS

In der Steiermark sind derzeit etwas mehr als 25.000 Personen beim Arbeitsmarktservice als arbeitslos gemeldet, bei den offenen Stellen, die ja nicht alle beim AMS aufscheinen, vermutet man bis zu 40.000 – Angebot und Nachfrage passen nicht zusammen.

Viele Arbeitssuchende können wählen

Gut qualifizierte Arbeitslose können sich ihren Arbeitgeber aussuchen, sagt AMS-Chef Karl-Heinz Snobe: „Wir sehen in den letzten Wochen und Monaten, dass dies auch kräftig funktioniert. Wir hören nicht selten die Aussage, dass ein Arbeitssuchender einem Arbeitgeber sagt, dass er in die engere Auswahl kommt.“ Eine Situation, die vor einigen Jahren noch umgekehrt war. Besonders viele offene Stellen gibt es jetzt nach den ersten beiden Pandemiejahren in den Bereichen Tourismus, Gastronomie und Handel und natürlich weiterhin im Bereich der Pflege.

Kein Ende der Entwicklung in Sicht

7.000 bis 8.000 offene Stellen werden beim AMS jedes Monat vermittelt, etwa gleich viele kommen jedes Monat neu dazu, weshalb sich die Zahl der Arbeitslosen in den letzten Monaten bei rund 25.000 auf sehr niedrigem Niveau gehalten hat. Ein Ende dieser Entwicklung sei nicht in Sicht, sagt Snobe, „das heißt, von der Arbeitsmarktseite, von der demographischen Seite ist leider festzustellen, dass sich diese Situation sogar noch verschärfen wird. Ich glaube, dass wir am Beginn einer zehnjährigen, wirklich schwierigen Situation des Arbeitskräftebedarfs, des Suchens nach wirklich guten Fachkräften liegen.“

Schwierig einzuschätzen sei natürlich die Entwicklung der sogenannten exogenen Krisen – also Gaskrise, Ukrainekrieg oder CoV-Pandemie –, die natürlich massive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben können.