Wissenschaft

Stromerzeugende Lärmschutzwände im Test

Die Technische Universität (TU) Graz hat in einer Kooperation mit der Technischen Hochschule Rosenheim ein neues Modell an Lärmschutzwänden entwickelt, das nachhaltig gebaut ist und auch Energie erzeugen kann. Ein Prototyp soll nun in der Steiermark getestet werden.

Das neu gedachte Lärmschutzkonzept ist ein Tunnel aus Holzbögen, erklärt Mathias Rebhan von der TU Graz: „Holz hat den Vorteil, dass es ein nachtwachsender Rohstoff ist, in der grünen Steiermark ein sehr häufig vorkommender Rohstoff ist, und im Vergleich zu anderen Konstruktionen aus Stahl oder Beton sind wir hier sicherlich nachhaltiger und ökologischer unterwegs.“

Überschüssiger Strom für nahe liegende Infrastruktur

Zwischen den Holzbögen sind bewegliche Holzelemente angebracht, Sichtfenster oder wahlweise Solarelemente zur Stromerzeugung: „Wie viel man dort generieren kann, ist natürlich von der Ausrichtung und der Verschattung abhängig. Es wird ein gewisser Anteil des Stroms auch für den Betrieb dieser Lärmschutzeinhausung erforderlich sein – für die Belüftung, die Beleuchtung, die Brandschutztechnik. Wenn Flächen vorhanden sind, die man nutzen kann, kann man mit dem überschüssigen Strom natürlich auch nahe liegende Bereiche, Gebäude oder auch Straßen beleuchten und versorgen.“ Die verschiebbaren Seiten- und Dachelemente des Lärmschutztunnels können zudem leicht geöffnet werden, erklärt Rebhan.

Lärmschutzwand aus Holz mit Photovoltaik
TU Graz

Millionen fließen von der ASFINAG jedes Jahr in den Bau neuer Lärmschutzwände entlang der österreichischen Autobahnen. Bis zu 13 Meter hoch sind die Wände etwa in Wiener Neudorf. Sie leiten den Lärm aber nur nach oben, wodurch Bewohner von Hanglagen in Autobahnnähe zum Handkuss kommen.