Baugrube Nordseite Univ.-Klinik für Neurologie
LKH-Univ-Klinik für Neurologie des LKH-Univ. Klinikum Graz
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Gesundheit

LKH Graz bekommt neue Schlaganfall-Station

Auf dem Gelände des LKH Graz ist am Freitag der Spatenstich für eine sogenannte „Stroke Unit Station“ erfolgt. Damit sollen Schlaganfall-Patienten noch schneller und besser behandelt werden, hieß es im Rahmen einer Pressekonferenz am Freitag.

„Stroke Unit“ ist der englisch Begriff für „Schlaganfall-Einheit" oder „Schlaganfall-Station“. In dieser werden Patientinnen und Patienten versorgt, die einen Schlaganfall erlitten haben. Es stehen umfassende bildgebende Diagnoseverfahren zur Verfügung, um Gefäßverschlüsse schnellstmöglich lokalisieren und behandeln zu können, aber auch diverse Therapiemöglichkeiten, um die Auswirkungen eines Schlaganfalls mittel- bis langfristig zu reduzieren.

Doppelt soviele Überlebende wie vor 30 Jahren

Alle 20 Minuten wird eine Österreicherin oder ein Österreicher Opfer eines Schlagangfalls. Das sind 25.000 Personen in Österreich, 3.500 davon in der Steiermark, etwa 1.000 davon werden an der Neurologie des Uniklinikum Graz versorgt. Schlaganfälle treten auch bei jüngeren Menschen auf. Rund zwei Prozent der männlichen und ein Prozent der weiblichen Österreicherinnen und Österreicher zwischen 45 und 54 Jahren sind laut Medizinern betroffen. Heute überleben aber doppelt so viele Menschen einen Schlaganfall als noch vor 30 Jahren.

Mehr Betten, bessere Abläufe

Durch die Weiterentwicklung dieser Stationen konnte in den vergangenen Jahren die Sterblichkeit enorm verringert werden, sagte Reinhold Schmidt, Vorstand Neurologie am LKH Graz: „Es konnte gezeigt werden, dass die Stroke Units die Sterblichkeit tatsächlich senken, aber nicht nur die Sterblichkeit wurde drastisch verringert, auch die Zahl der Personen die nach Schlaganfällen eine bleibende Behinderung haben, konnte reduziert werden.“

Die Behandlungsräume der neuen Stroke Unit am LKH Graz sollen hell und lichtdurchflutet sein wie diese Computersimulation zeigt
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Die neue Stroke Unit Abteilung soll hell und lichtdurchflutet sein

Die neue Stroke-Unit Station am LKH Graz umfasst einen zweigeschoßigen Zubau sowie die Adaptierung bestehender Bereiche im ersten Obergeschoß der Klinik. Ab 2024 werden damit knapp 1.300 Quadratmeter an zusätzlicher Fläche zur Verfügung stehen. Die Bettenanzahl wird von derzeit sechs auf zwölf erweitert. Die Kosten für den Ausbau betragen etwa 8,9 Millionen Euro, sagte Finanz- und Technikvorstand Ernst Fartek:

Größte Stroke-Unit-Einheit Österreichs

„Das Besondere und Innovative ist, dass man sich mit den Abläufen schon auseinandersetzt, bevor man zu planen beginnt – und das vor allem interdisziplinär. Das heißt, Ärzte, Pfleger, Physhitherapeuten – also alle die in diesem Bereich arbeiten, versuchen vorher die Abläufe zu simulieren und dann wird danach geplant“, sagte Fartek. Die Erweiterung der Stroke-Unit am Uniklinikum Graz macht sie zur größten derartigen Einrichtung im Land.

Alle Räume sollen hochmodern und funktional gestaltet werden und liegen nach wie vor in unmittelbarer Nähe zur Intensivstation. Man setze auf kurze Wege und schaffe mittels viel Tageslicht, entsprechenden Oberflächen und hochwertiger Beleuchtung ein helles, freundliches und angenehmes Raumgefühl, hieß es bei der Präsentation am Freitag. Alle Trenn-wände sollen mit Sichtfenstern ausgestattet werden, große Schiebetüren ermöglichen im Bedarfsfall ausreichend Platz für die Versorgung der Patienten. Mit dem Neubau werden laut Klinikum zudem weitere Liegeplätze für Infusionstherapie-Patienten, sowie ausreichend Flächen für Ergo- und Logotherapieeinheiten, Büro- und Lagerräume geschaffen.

Auch Mitarbeiter sollen sich wohl fühlen

Für Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) wird damit ein Meilenstein gesetzt: „Man sagt ja immer, gut geplant ist halb gebaut – und was auch so wichtig ist: Patientinnen und Patienten müssen sich gut versorgt wohl fühlen, aber auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen sich wohl fühlen am Arbeitsplatz, sie müssen gerne zur Arbeit kommen. Es ist eine sehr anstrengende Arbeit, gerade in den vergangenen zweieinhalb Jahren nocheinmal herausfordernder“, sagte die Gesundheitslandesrätin beim Spatenstich für die neue Stroke-Unit Abteilung am LKH Graz.

Gold für Nachhaltigkeit

Beim Bau der neuen Stroke-Unit Einheit wird auch auf Nachhaltigkeit und Ökologie geachtet, hieß es am Freitag. Durch die entsprechende Planung, bei den Ausschreibungen sowie in der Ausführungsphase, konnte nach den Kriterien der Österreichischen Gesellschaft für nachhaltige Immobilienwirtschaft der Zertifizierungsgrad „Gold“ erreicht werden. Das bedeutet, dass klimafreundliche Baustoffe verwendet und ein vorgegebener Kriterienkatalog für Nachhaltigkeit berücksichtigt wurden.