Christopher Drexler Landeshauptmann
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Politik

Drexler mit 98 Prozent neuer ÖVP-Obmann

Landeshauptmann Christopher Drexler ist am Samstag in der Messe Graz mit 98,03 Prozent der Stimmen zum neuen Landesparteiobmann der ÖVP gewählt worden. Seiner Partei richtet der 51-Jährige aus, dass man die Zuversicht nicht verlieren dürfe.

„Wenn man in der Politik Verantwortung übernehmen will, dann muss man die Herausforderungen annehmen, die sich einem stellen. Ja, wir sind in einer schwierigen Zeit, aber gemeinsam werden wir diese Krisen bewältigen“, meinte Drexler am Samstag beim zweiten Teil des ÖVP-Landesparteitages in Graz.

Stadt und Land gemeinsam

Drexler sprach sich für einen gesitteteren Umgang in der Politik miteinander aus. Er sei bei politischen Debatten im Parlament teils selbst geneigt abzuschalten. Die Tonart müsse wieder gemäßigter und ein gemeinsames Ziel müsse verfolgt werden. So meinte der Landeshauptmann auch, dass gute Vorschläge anderer Parteien auch von der ÖVP aufgenommen und dann gemeinsam verhandelt werden müssten.

In seiner Rede sprach Drexler auch an, dass die Steiermark als Ganzes gesehen werden müsse: „Wir müssen alles unternehmen, dass es um eine gemeinsame Entwicklung vorwärts geht. Es darf kein gegenseitiges Ausspielen des Ballungsraumes rund um Graz und der ländlichen Regionen geben.“ Er kündigte an, das „Modell Steiermark“ aus der Taufe zu heben: „Wir wollen mit Inhalten an die Spitze kommen – aber immer in Ruf- und Hörweite zu den Steirerinnen und Steirern.“

Altlandeshauptmann Hermann Schützenhöfer meinte bei der Abgabe seines Wahlvorschlages: Drexler sei die neue Generation, „aber er arbeitet schon seit 30 Jahren an meiner Seite. Er stärkt den Geist des Fortschritts, ist gut vorbereitet und hat ein Netzwerk auch in Wien. Er wird mit euch das Land in eine gute Zukunft führen. Was er jetzt braucht, ist eure Unterstützung.“

„Zuversicht nicht verlieren“

In Anwesenheit von Bundeskanzler Karl Nehammer sprach Christopher Drexler auch über die aktuellen Herausforderungen und staatlichen Maßnahmen: „Wer Hilfe wirklich braucht, muss diese Hilfe bekommen. Da akzeptiere ich auch kein Ausspielen von oben, unten, arm und reich. Aber der Staat kann nicht für jede individuelle Lebensgestaltung aufkommen. Wenn die Krise überwunden ist, muss es aufhören, dass im Kanzleramt jede Woche ein neues Hilfspaket geschnürt wird, sodass wir schon den Überblick verlieren.“

Trotz Pandemie, Energiekrise, Teuerung und Krieg in der Ukraine meinte Drexler an seine Partei gerichtet: „Wir dürfen nicht zu jenen gehören, die den Kopf in den Sand stecken und die Zuversicht verlieren.“ Bei der Wahl wurden den 451 beschließenden Delegierten Kuverts mit einem fertigen Wahlzettel bereitgestellt. Wer Änderungswünsche hatte, konnte vor der Stimmabgabe eine Wahlkabine aufsuchen.

Sechs Stellvertreter und Stellvertreterinnen gewählt

Als Drexlers Stellvertreterinnen und Stellvertreter wurden Landesbäuerin Viktoria Brandner, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Steiermark Andreas Herz, Bundesrat und Spitalsarzt Karlheinz Kornhäusl, der Hartberger Bürgermeister Marcus Martschitsch, die Lehrerin Helene Silberschneider und Barbara Walch, Bürgermeisterin der Gemeinde Wundschuh, gewählt. Damit gibt es sechs Landesparteiobmann-Stellvertreterinnen und Stellvertreter. Nachfolger von Josef Binder als Finanzreferent wurde Josef Schrammel.

Gratulationen erhielt Christopher Drexler am Samstag unter anderem vom Wiener ÖVP-Chef Karl Mahrer, vom ÖAAB Steiermark – dessen Landesobmann Drexler ist – und von den ÖVP Senioren.