Laserstrahler Joanneum Research
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Wirtschaft

Rechnungshof lobt Joanneum Research

Der Landesrechnungshof hat die landeseigene Joanneum Research Forschungsgesellschaft unter die Lupe genommen. Das Zeugnis fällt weitgehend positiv aus. Organisatorisch sei Joanneum Research gut aufgestellt. Bei der Frauenquote gebe es noch deutlichen Nachholbedarf.

Im Prüfbericht des Landesrechnungshofes (LRH) wird festgehalten, dass beim Cash-Management eine effektive Steuerung der Liquidität besteht. Auch beim Wertpapierbestand seien keine expliziten Risiken festgestellt worden. Das Qualitätsmanagement und das Controlling-System werden ebenfalls positiv hervorgehoben.

Zielvorgaben stets eingehalten

Eine strategische Vorgabe des Landes besagt, dass vom Gesamtunternehmen Joanneum Research 40 Prozent der Betriebsleistung mittels Wirtschaftsaufträgen erreicht werden sollen. Diese Zielvorgabe wurde in den vergangenen fünf Jahren laut Rechnungshof stets erreicht oder übertroffen. Es zeige sich allerdings, dass nur drei der sieben betriebseigenen Forschungsinstitute für diese Zielerreichung verantwortlich sind.

„Es freut uns, dass die Joanneum Research sehr gut aufgestellt ist, sowohl im Finanziellen, als auch, was das Qualitätsmanagement betrifft“, resümiert LRH-Direktor Heinz Drobesch, der jedoch auch das ein oder andere Aber hinzufügt: Das Leistungs-Controlling zeige, dass es zum Teil eine massive Minderauslastung bei Laboren und Maschinen gebe. 71 Prozent der Mitarbeiter würden derzeit über eine akademische Ausbildung verfügen, was sich auch auf die Personalkosten auswirkt: Diese sind mit durchschnittlich knapp 83.000 Euro pro Mitarbeiter relativ hoch.

Zu wenige Frauen in Führungspositionen

Negativ bewertet der Landesrechnungshof die Frauenquote bei Joanneum Research, sagt Drobesch: „Insbesondere in den Führungspositionen ist hier noch einige Luft nach oben. Wir sind da enttäuscht über die gewisse Selbstzufriedenheit in der Organisation. Wir hoffen, dass es hier ein Einsehen gibt und Maßnahmen gesetzt werden.“

Konkret beträgt der Frauenanteil in der Forschungsgesellschaft 35 Prozent. In den höheren Führungsebenen sinkt der Anteil auf 28 Prozent ab. In den einzelnen Forschungsinstituten sind von derzeit 31 Leitungspositionen nur vier Posten mit Frauen besetzt – das entspricht gerade einmal 13 Prozent.

Kritik von Freiheitlichen

Kritik am Bericht kommt von der FPÖ. „Der veröffentlichte Bericht belegt einige Optimierungspotenziale. Das Joanneum Research ist für den Wissenschaftsstandort Steiermark von elementarer Bedeutung und sollte auch wirtschaftlich bestmöglich organisiert sein. Hier gibt es offenbar einige offene Punkte, die es rasch zu lösen gilt. Die vom Land übernommenen Haftungen in Höhe von über fünf Millionen Euro schweben noch immer wie ein Damoklesschwert über dem Budget“, so FPÖ-Wissenschaftssprecher Stefan Hermann in einer Aussendung.