Landespflegezentrum Kindberg
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Gemeinde Kindberg gegen Asylheim

Im ehemaligen Landespflegezentrum in Kindberg sollen in Zukunft Flüchtlinge mit medizinischem Betreuungsbedarf untergebracht werden. Die Verträge zwischen der Bundesbetreuungsagentur und dem Mieter wurden fixiert; die Gemeinde ist dagegen.

Seit Wochen kämpft die Gemeinde Kindberg gegen die Pläne des Bundes, das ehemalige Landespflegezentrum ab Jänner in eine Asylunterkunft für Flüchtlinge mit medizinischem Betreuungsbedarf umzuwandeln – jedoch ohne Erfolg. Am Donnerstag hat die zuständige Bundesagentur den Mietvertrag unterschrieben, damit sind die Pläne konkretisiert worden.

Platz für 250 vulnerable Geflüchtete

Seit Ende 2017 steht das Pflegezentrum am östlichen Ortsrand von Kindberg leer, mit Beginn des neuen Jahres sollen im Asylquartier bis zu 250 vulnerable Geflüchtete mit körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen Platz finden. Viele Fragen seien jedoch noch offen, kritisiert der Kindberger Bürgermeister, Christian Sander (SPÖ). Man habe deswegen das Gespräch mit den Verantwortlichen gesucht, es sei aber nie jemand für einen Austausch bereit gewesen.

Die Region Mürztal sei schon jetzt überfordert mit Asylwerbern. Im desolaten ehemaligen Landespflegezentrum künftig Kranke zu betreuen, hält der Kindberger Bürgermeister für unmöglich. Es gebe ohnehin zu wenig Pflegepersonal, dass auf einmal Pflegekräfte aus Graz oder Wien kommen würden, sei laut Sander fragwürdig.

Rechtliche Schritte gegen Pläne des Bundes

Von Innenmister Karner (ÖVP) waren keine Neuigkeiten zu erfahren, Landeshauptmann Christopher Drexler (ÖVP) verwies einmal mehr auf die Zuständigkeit des Bundes. Darum habe man nun rechtliche Schritte eingeleitet. Juristen sollen alle Möglichkeiten ausschöpfen, um gegen die Pläne des Bundes vorzugehen. Es gibt bereits eine Petition der Gemeinde Kindberg mit mehr als 2.500 Unterschriften, sie hat bislang aber keinen Erfolg gebracht – weder beim Land noch beim Bund.