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APA/Frank May
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Soziales

KAGes: Mehr Köpfe, aber weniger Ressourcen

Laut der zuständigen Landesrätin gibt es in der KAGes eigentlich so viele Köpfe wie noch nie – dennoch muss umstrukturiert werden: Immer häufiger werden stationäre Bereiche geschlossen, dafür Tageskliniken eingerichtet.

Weil es zu wenige Fachärzte gibt und Dienstpläne nicht mehr aufrechterhalten werden können, wird die Abteilung Innere Medizin am KAGes-Standort Bad Radkersburg in eine Tagesklinik umgewandelt – mehr dazu in LKH-Abteilung wird Tagesklinik (17.11.2022).

„Man wird manchmal halt ein Stückerl fahren müssen“

Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) verweist hier auf die Spitalsverbünde, die es in der Steiermark gibt, wie auch die Zusammenarbeit zwischen Bad Radkersburg und Wagna: „Die Qualität der Gesundheitsversorgung wird aufrecht erhalten werden, es kann nur sein, dass man manchmal halt ein Stückerl fahren muss. Wir dürfen nicht glauben, dass in Zukunft an jedem Standort alles gemacht werden kann – wir müssen einfach die Kräfte, die wir haben, bündeln, um die bestmögliche Gesundheitsversorgung zu haben – und wir haben einen Ressourcenengpass beim Personal.“

„Noch nie so viele Köpfe in der KAGes gehabt“

Ob bzw. welche Standorte es als nächstes treffen könnte, könne sie nicht sagen, so Bogner-Strauß. Die Situation sei aber verzwickt: Es fehlt an Ressourcen, offenbar aber nicht an den Köpfen selbst, erklärt die Landesrätin.

In den 90er-Jahren seien österreichweit etwa 20.000 Ärzte im System gewesen, heute seien es 47.000. „Wenn heute jemand einen Unfall hat, dann stehen oft drei Chirurgen am OP-Tisch, was früher von einem gemacht wurde, weil die heute alle Fachausbildungen haben, und dem muss man Rechnung tragen. Ich muss mit dem Personal, das ich habe, ein Auslangen finden, und da rede ich nicht nur von den Köpfen, weil wir haben noch nie so viele in der KAGes gehabt – weder im medizinischen, noch im pflegerischen Bereich –, sondern da rede ich von den ganzen Entwicklungen, die dazukommen.“

Mehr Studienplätze nötig

Die Medizin verändere sich rasant, was den Fortschritt, die Ausbildung oder auch den Zugang betreffe, so die Landesrätin; es gebe viele Teilzeitbeschäftigte, und die Medizin sei sehr weiblich geworden. Was es laut Juliane Bogner-Strauß braucht, sind mehr Studienplätze in der Medizin – dann wäre man personell schon einige Jahre weiter.