Rutsche am Kinderspielplatz
ORF.at/Georg Hummer
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Chronik

Missbrauch in Kindergarten: Sieben mögliche Opfer

Nach dem Verdacht des schweren sexuellen Missbrauchs in einem Kindergarten in Graz hat sich der Anfangsverdacht mittlerweile erweitert. Inzwischen gibt es laut Polizei bereits sieben minderjährige Opfer.

Der Verdacht hat sich auf einen weiteren Kindergartenstandort ausgeweitet, in dem der Verdächtige ebenso tätig war. Eine Kontaktstelle wurde eingerichtet.

Seit Anfang Oktober dieses Jahres laufen die Ermittlungen von Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Graz, nachdem sich ein minderjähriges Kind eines Grazer Kindergartens der eigenen Mutter anvertraut hatte – mehr dazu in Missbrauchsverdacht in Grazer Kindergarten (15.10.2022).

Kontaktstellen für Betroffene

Polizei Plüddemanngasse
059133/6591

Bildungsabteilung
0316/872-7427

Weiterer Kindergarten betroffen

Umfassende Erhebungen und Ermittlungserkenntnisse führten mittlerweile zu insgesamt sechs Verdachtsfällen im ersten Kindergartenstandort. Laut Polizei besteht der Verdacht, dass Kleinkinder zum Teil schwer sexuell missbraucht worden sein sollen. Ein siebenter Verdachtsfall ist jetzt in einem anderen Kindergartenstandort bekanntgeworden. Ermittler konnten bereits ein minderjähriges Opfer ausfindig machen. Es soll bereits im Herbst 2021 vom selben Pädagogen schwer sexuell missbraucht worden sein. Der Verdächtige war dort im Kindergartenjahr 2021/22 eingesetzt.

Kontaktstellen für Betroffene eingerichtet

Die Stadt Graz als Kindergartenbetreiber informierte die Eltern bzw. Erziehungsberechtigte im betroffenen Kindergarten am Mittwoch mit einem Brief über den weiteren Verdachtsfall. Unterdessen hat die Polizei für mögliche weitere Opfer bzw. Betroffene eine Kontaktstelle bei der Polizeiinspektion Graz-Plüddemanngasse (Tel. 059133/6591) eingerichtet.

Für alle Anfragen an die Bildungsabteilung bzw. sollten Eltern Hilfestellungen oder psychologische Unterstützung benötigen, wurde eine eigene Hotline eingerichtet. Diese ist unter Tel. 0316/872-7427 erreichbar. Die Fachstelle Hazissa (Prävention gegen sexuelle Gewalt), die schon den ersten Fall begleitete, wird nun auch das Team und die Eltern des anderen Kindergartens bestmöglich unterstützen.

„Lückenlose Aufklärung“

Die Verantwortlichen der Stadt Graz kooperieren eng mit der Polizei und unterstützen die Ermittlungsbehörden, um eine lückenlose Aufklärung des Falls zu gewährleisten, heißt es in einer AUssendung. Die tatverdächtige Person wurde bereits beim ersten Tatverdacht vom Dienst freigestellt und wird bis zur finalen Klärung nicht mehr im Kinderdienst tätig sein. Es gilt die Unschuldsvermutung. Weitere Ermittlungen sind im Gange.