Biogasanlage Straß von oben.
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Politik

Bürgermeister kontern Rechnungshof-Kritik

Nach der Kritik des Landesrechnungshofs an der Biogasanlage in Straß ist für Freitag ein Sonderlandtag einberufen worden. Unterdessen wehren sich die involvierten Bürgermeister. Mehrere Kritikpunkte des Rechnungshofs seien längst behoben, und Millionengrab gebe es keines.

Der Landesrechnungshof hatte die Vorgänge rund um die Errichtung der Naturgasanlage Straß und ihren Betrieb in einem 200 Seiten umfassenden Prüfbericht zerpflückt.

Der Hauptvorwurf besteht darin, dass die Anlage nie richtig funktioniert habe – trotz ständiger Investitionen. Die Verbindlichkeiten belaufen sich mittlerweile auf fast 18 Millionen Euro.

Die involvierten Bürgermeister widersprechen

Das sei so nicht richtig, heißt es beim Abwasserverband Leibnitzerfeld-Süd, in dem die Bürgermeister der fünf betroffenen Gemeinden sitzen. Die Biogasanlage sei immer intakt gewesen.

Reinhold Höflechner im Interview
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Reinhold Höflechner, Obmann des Abwasserverbands und Bürgermeister von Straß-Spielfeld, ist von einem erfolgreichen Betrieb der Biogasanlage in Zukunft überzeugt

„Die Biogaserzeugung hat immer funktioniert, und wir haben damit auch sehr viel Geld verdient. Diese Anlage haben wir seit Kurzem zur technischen Aufrüstung stillgelegt, sie wird aber demnächst wieder in Betrieb gehen“, so Reinhold Höflechner, Obmann des Abwasserverbands und Bürgermeister von Straß-Spielfeld (ÖVP).

Optimismus für einen profitablen Betrieb

Sorgenkind sei allerdings die geplante Klärschlammverbrennung. Die Öfen hätten tatsächlich nie funktioniert. Der Schaden liegt bei rund vier Millionen Euro, aber man arbeite an einer Lösung mit einem neuen Partner.

Höflechner ist überzeugt, dass man in der Zukunft genügend Geld mit dem Projekt verdienen wird, um die angefallenen Schulden zurückzuzahlen. Den bevorstehenden Sonderlandtag hält er für eine Politshow.

„Wir wissen selbst, dass das eine oder andere nicht optimal gelaufen ist, und uns Bürgermeistern geht es darum, dass wir den Schaden von unseren Leuten abwenden und wir in Zukunft auch Profit für unsere Gemeinden herausschlagen“, erklärt Friedrich Partl, Bürgermeister von Gamlitz (ÖVP).

Die Kritik des Landesrechnungshofs werde noch verpuffen, sind sich die Bürgermeister des Abwasserverbands sicher.