Ein Senior arbeitet in seiner Elektronik-Werkstatt im Home-Office. Altersteilzeit ist in Deutschland eine Möglichkeit, ü
IMAGO/Panama Pictures
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WIRTSCHAFT

Mit Pensionisten gegen Arbeitskräftemangel

Im Kampf gegen den Arbeitskräftemangel ist ein Lösungsansatz derzeit flächendeckend auf Plakaten zu sehen: Ein großer Lebensmittelkonzern wirbt um die Pensionisten im Land. Aber auch andere Unternehmen versuchen verstärkt Pensionisten aus dem Ruhestand zu holen.

Gesucht werden Pensionisten, für die es in der Pension doch etwas zu ruhig zugeht und die doch wieder arbeiten möchten, meist in Teilzeit. An die 250 Pensionisten und Pensionistinnen hat Billa österreichweit mit der laufenden Aktion aus dem Ruhestand geholt.

Beispiel Heiltherme

Auch in der Steiermark gibt es Initiativen in diese Richtung – wie etwa in der Heiltherme Bad Waltersdorf. Dort hat man vier Pensionisten für die Rückkehr ins Arbeitsleben motivieren können.

Man habe gute Erfahrungen gemacht, so Geschäftsführer Gernot Deutsch: „Das hat sich toll entwickelt. Der Aufruf war an die Pensionisten: Wer bei uns etwas tun möchte, der soll sich melden, egal wie viel Stunden, egal wie viel Tage. Diese Menschen sind enorm gesund, enorm leistungsfähig und strotzen nur so vor Fitness. Und ich sehe, es sollte mehr Möglichkeiten geben, dass man für Pensionisten auch bessere Anreize schafft, um noch zumindest ein paar Stunden zu arbeiten. Das heißt, meiner Meinung nach gehören hier auch die Lohnnebenkosten dementsprechend runter.“

WK-Forderungen, „damit es sich auch auszahlt“

Eine Forderung, die auch vonseiten der steirischen Wirtschaftskammer aufgestellt wird. Wirtschaftskammerpräsident Josef Herk sagte: „Unser Ansatz wäre hier natürlich auch zu schauen, dass diese Gruppe von den Pensionsversicherungsbeiträgen befreit wird, und dass es auch für diese Gruppe einen Steuerfreibetrag gibt, damit sich auch das Arbeiten natürlich auszahlt. Ich denke, es muss wirklich jetzt alles unternommen werden, um auch den Arbeitsmarkt wieder zu befüllen.“

Auch müsse man Wege finden, wieder mehr Menschen in der Altersgruppe 60 bis 64 in Beschäftigung zu bringen. In Österreich liege der Anteil an Beschäftigten aus dieser Altersgruppe nur bei etwa 30 Prozent, in Deutschland seien es 60 Prozent, so Herk. Allein hier liege in der Steiermark ein Potenzial von etwa 30.000 Personen.