Lebensmittelverpackung getrocknete Grillen, Heimchen, Insekten
ORF
ORF
Lifestyle

Insektenpulver bleibt Nischenprodukt

Im Jahr 2021 hat die EU-Kommission Insekten als Lebensmittelzutat für den europäischen Markt zugelassen. Damals ging es hauptsächlich um gelbe Mehlwürmer und Wanderheuschrecken, nun auch um die Hausgrille. Ein Grazer Experte sieht darin aber noch länger eher Nischenprodukte.

Gebäck, Suppen oder Teigwaren – all diese Speisen könnten künftig Insektenpulver enthalten. Eine EU-Verordnung erlaubt, dass entfettetes Pulver aus Hausgrillen von einer in Vietnam tätigen Firma auch als Zutat verwendet werden darf. Insektenpulver enthält viel Eiweiß und könnte daher als Proteinquelle in Lebensmitteln eingesetzt werden.

„Wird noch länger dauern“

Laut Ernährungsexperte Fritz Treiber von der Uni Graz könnten diese für Europa ungewohnten Inhaltsstoffe einmal Standard werden, jedoch nicht allzu bald: „Da entscheidet der Markt. Ja, es kann sein, dass ein paar Anbieter sagen, ich will diese spezielle Proteinmischung aus Insekten verwenden, um mein Produkt hervorstechen zu lassen. Aber großflächig wird es bei uns noch länger dauern.“

Lebensmittelverpackung Schokolade mit Würmern
ORF
Schokolade mit Würmern, Pizza mit Grillen – ungewohnte Zutaten erobern auch langsam Produkte aus Europa

Wenn der Markt vorhanden sei, werde es aber Anbieter geben, so Treiber. Grundsätzlich gelten Insekten als klimafreundliche Eiweißalternative zu Tieren. „Insekten produzieren eigentlich in Bezug auf ihre Körpermasse sehr viel Protein im Vergleich zu dem, was sie als Futter brauchen. Deswegen lohnt es sich aus betriebswirtschaftlicher Sicht sehr, dass man eine Insektenfarm macht und damit Protein gewinnt.“

Gleichzeitig werde wesentlich weniger CO2 erzeugt. Der Einsatz an Futtermitteln ist deutlich geringer als bei Schweinen, Rindern und Geflügel. Weder brauche es große Wassermengen noch viel Getreide oder ähnliches Futter.

Genaue Kennzeichnung notwendig

Die Zutat müsse laut dem Ernährungsexperten allerdings gekennzeichnet werden: „Es steht jetzt nicht groß oben. Es steht hinten auf der Zutatenliste oft der lateinische Name. Aber der sagt den Menschen ja nichts.“ Außerdem brauche es laut Treiber einen Hinweis darauf, dass diese Zutat allergische Reaktionen hervorrufen kann, wenn man gegen Krebs- und Weichtiere oder Hausstaubmilben allergisch ist.