Neues Studienzentrum der Montanuni Leoben
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Wissenschaft

Tunnelbau: Montanuni will Staub reduzieren

Die EU hat lungengängigen Quarzstaub als krebserregend eingestuft. Dieser kommt vor allem im Bergbau vor und muss daher dementsprechend vermieden werden. Wie das unter Tage gelingen kann, daran forscht man derzeit an der Montanuni Leoben.

Bisher hat man bei der Arbeit im Tunnel Staub hauptsächlich durch Be- und Entlüftung bekämpft. Wird im Tunnel an quarzhaltigem Gestein gearbeitet, reicht das nun allerdings nicht mehr.

Die EU hat hier die Grenzwerte stark heruntergesetzt – auf 0,05 Milligramm pro Kubikmeter –, denn dabei entstehen lungengängige Quarzstaubteilchen, die jetzt auch offiziell als krebserregend gelten. Die Forscher im Zentrum am Berg an der Montanuni Leoben versuchen jetzt mit dieser neuen Situation umzugehen, so Leiter Robert Galler: „Diese Grenze war davor bei 0,15 Milligramm pro Kubikmeter – also ist das eine sehr starke Absenkung. Und das erfordert daher für sämtliche Prozesse ein Umdenken, sodass der Mitarbeiter einfach besser geschützt wird.“

Versuch mit Schneekanonen

Die Forscher haben zuerst bekannte Lösungsansätze getestet. So hat man unter Tage früher schon mit Schneekanonen gearbeitet, etwa beim Bau der S 35 und beim Bau des Kirchdorftunnels in der Nähe von Mixnitz – damals hat es das Problem des Asbeststaubes gegeben.
Bei Quarzstaub funktioniere das aber nicht, so Galler: „Es gibt jetzt die Überlegung, eine Art Sprinkleranlage mit einer neuen Düsengeometrie zu entwickeln, die so feine Wasserpartikel erzeugt, dass dieser lungengängige Staub eingefangen werden kann und dann hoffentlich zu Boden gezwungen wird.“

Dazu müssen auch Messgeräte entwickelt werden. Die Forschung – gemeinsam mit Tunnelbauunternehmen und weiteren Forschern – wird von der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG gefördert.