Salzburg-Fahne
ORF.at/Georg Hummer
ORF.at/Georg Hummer
Politik

Salzburg-Wahl: Freude bei steirischer FPÖ und KPÖ

Die Salzburg-Wahl ist geschlagen, und vor allem FPÖ und KPÖ-Plus haben überrascht – dementsprechend groß war die Freude bei den steirischen Parteifreunden der Freiheitlichen und Kommunisten. Landeshauptmann Christopher Drexler (ÖVP) wiederum sieht eine „Herkulesaufgabe“.

Die Landtagswahl in Salzburg ist geschlagen: Die ÖVP stürzt gegenüber 2018 ab, bleibt aber auf Platz eins. Zweitstärkste Kraft ist nun die FPÖ, die deutlich zulegt. Die SPÖ verliert leicht und landet auf dem dritten Platz. Der KPÖ-Plus gelingt mit Platz vier eine Sensation. Während auch die Grünen in den Landtag einziehen, scheitert NEOS – mehr dazu in Niederlage für ÖVP, FPÖ Zweite, KPÖ im Landtag (salzburg.ORF.at)

Drexler: „Herkulesaufgabe“

Der steirische ÖVP-Chef, Landeshauptmann Christopher Drexler, gratulierte seinem Salzburger Amtskollegen Wilfried Haslauer zum ersten Platz, sah aber auch eine „Herkulesaufgabe“, um vielen verunsicherten Menschen wieder Perspektive und Optimismus zu geben.

ÖVP Landeshauptmann Wilfried Haslauer
APA/BARBARA GINDL
Wilfried Haslauer

„Wilfried Haslauer ist zu gratulieren, er ist mit Abstand die Nummer eins und hat über 30 Prozent erreicht“, so Drexler, auch wenn die deutlichen Verluste schmerzlich seien. Zu den Gründen für die Verluste für etablierte Parteien wie ÖVP und SPÖ meinte er, es herrsche sehr viel Verunsicherung und Orientierungslosigkeit, das sei kein regionales oder nationales Phänomen. Man werde sich intensiv bemühen müssen, Perspektive und Orientierung zu geben, das werde eine Herkulesaufgabe. Zum Erfolg von FPÖ und KPÖ sagte Drexler: „Viele Menschen hadern mit klassischen Parteien.“

Lang: „Schnellstmöglich zur Ruhe kommen“

Fast schon gewohnt knapp äußerte sich der steirische SPÖ-Chef Anton Lang: Spitzenkandidat David Egger und die Salzburger SPÖ hätten unter schwierigen Rahmenbedingungen ihr Bestes gegeben, so Lang zum Abschneiden der Genossen. Einen Bundesaspekt sah Lang: „Es ist nun von großer Bedeutung, dass die gesamte Sozialdemokratie schnellstmöglich zur Ruhe kommt und nach dem Parteitag am 3. Juni geschlossen in die Zukunft geht.“

SPÖ Wahlparty mit langen Gesichtern
APA/EXPA/JFK
Für die Salzburger SPÖ ist das Wahlergebnis ernüchternd

Kunasek: „Die richtigen Themen“

FPÖ-Chef Mario Kunasek sprach angesichts des Sprungs knapp hinter die ÖVP von „freiheitlicher Erfolgspolitik, die ein historisches Wahlergebnis für die Salzburger FPÖ bringt“: „Das Ergebnis ist der Lohn für die Arbeit von Marlene Svazek und ihrem Team in den letzten fünf Jahren. Sie ist Seite an Seite mit den Salzburgern gestanden und hat die freiheitlichen Lösungsansätze zu den brennenden Problemen der Zeit aufgezeigt“, so der steirische FPÖ-Landesparteiobmann.

„Es hat sich in Tirol, Niederösterreich, Kärnten und nunmehr in Salzburg gezeigt, dass die FPÖ überall in Österreich das Ohr beim Bürger hat und auf die richtigen Themen setzt. Egal ob die immer noch andauernde Asylkrise, die Rekordteuerung oder das klare Auftreten gegen Klimaextremisten – die Freiheitlichen schaffen es, jene Themen aufzugreifen, die nicht nur den Salzburgern, sondern allen Österreichern unter den Nägeln brennen“.

Jubel bei Salzburger FPÖ angesichts der ersten Hochrechnung
ORF/Andreas Landrock
Wahlparty bei den Salzburger Freiheitlichen

Und mit Blick auf die Landtagswahl in der Steiermark – die im Herbst 2024 ansteht – sagte Kunasek: „In der Steiermark können sich ÖVP und SPÖ ebenfalls warm anziehen.“

Kahr: „Wir haben Zuspruch gespürt“

Für die Kommunisten vollzog sich in Salzburg ein ähnlicher Weg wie einst in der Steiermark: Von einem einzigen Gemeinderatsmandat in der Landeshauptstadt ausgehend schaffte man in den 1990ern mit den Themen Wohnen und soziale Gerechtigkeit den Sprung in den Landtag.

Wahlparty der KPÖ Plus im Salzburger Jazzit
APA/EXPA/JFK
Freude bei den Salzburger Kommunisten

„Wir freuen uns riesig und gratulieren von ganzem Herzen“, so Robert Krotzer, Sprecher der KPÖ Steiermark und Stadtrat in Graz: „Kein Problem und kein Anliegen ist KPÖ Plus zu gering. Bei Kay-Michael Dankl finden die Salzburgerinnen und Salzburger eine offene Tür und ein offenes Ohr. Das hat sein Engagement im Gemeinderat der Stadt Salzburg in den letzten Jahren bewiesen.“

Die Grazer KPÖ-Bürgermeisterin Elke Kahr sagte: „Wir haben den Zuspruch selbst gespürt, als wir in Salzburg waren, um im Wahlkampf zu helfen. Mit der KPÖ ist jetzt eine glaubwürdige und verlässliche Kraft im Landtag, die sich für all jene einsetzt, die sonst keine Lobby haben.“

Krautwaschl hofft auf Schwarz-Rot-Grün

Die steirische Grünen-Landessprecherin und Klubobfrau Sandra Krautwaschl hofft auf eine Schwarz-Rot-Grüne Koalition in Salzburg: „Gerade jetzt würde Salzburg eine starke grüne Stimme für die Energie- und Klimapolitik brauchen“, so Krautwaschl. Landesrätin Martina Berthold sei mit ihrer langjährigen Erfahrung die Richtige, um für ein gutes Klima in Regierungsverantwortung zu gehen.

Swatek: „Enttäuschung“

NEOS-Klubchef Niko Swatek zeigte sich realistisch: „Man braucht hier nichts schönzureden. Unser Wahlergebnis in Salzburg ist eine Enttäuschung.“ Allerdings habe Spitzenkandidatin Andrea Klambauer als erste NEOS-Landesrätin „wichtige Pionierarbeit geleistet und das Leben vieler Menschen durch leistbaren Wohnraum und den Ausbau der Kinderbetreuung verbessert. Diese Errungenschaften bleiben. Jede Unternehmerin weiß aber, dass ein Wachstumskurs Ausreißer haben kann. Wichtig ist, sich nicht entmutigen zu lassen, sondern daraus die richtigen Lehren zu ziehen.“