Mehr als 100 Veranstaltungen mit mehr als 200 österreichischen Literaten und Literatinnen stehen bei der Buchmesse auf dem Programm. Dabei mischt die steirische Autorenschaft natürlich mit: Exportiert werden die Literaturshow „Roboter mit Senf“ und mit Liebesgedichten befüllte Poesieautomaten.
Gefühlsecht gereimt
Der ehemalige Kondomautomat spuckt nun gefühlsechte Poesie aus: Heimische Autoren und Autorinnen liefern die Liebe aus Österreich um 50 Cent je Packung, gefüllt mit mehr oder weniger Ironie. „Es sind gefühlsechte Gedichte. Da gibt es die Geschmacksrichtungen erotisch, anziehend oder romantisch“, sagte Michael Neubacher, der den Poesieautomaten designt hat.

Im Herzen des Auftritts
Schon in Graz wurde das Projekt bestens angenommen. „Wir wurden gefühlsmäßig jeden Monat angerufen und nach Nachfüllung mit neuen Gedichten gefragt, und was ich weiß, läuft es auch in Marbach sehr gut“, so Neubacher. „Und wir bringen den Poesieautomaten mit 14 Gedichten österreichischer Autorinnen und Autoren direkt auf die Buchmesse in die Mitte des Gastlandauftrittes“, sagte Andreas Unterweger, Herausgeber der „manuskripte“.

„manuskripte“ und Gedicht-Packungen
Alle Gedichte sind in der neuen Ausgabe der „manuskripte“ zu finden, die kürzlich im Kunsthaus mit einer Lesung von Valerie Fritsch präsentiert wurde – die Literaturzeitschrift ist Teil des Gastlandgeschenks: Mehr als 3.000 Stück mit einem Cover von Anna Jermolajeva liegen bereit. „Es ist eine herrlich ironische Auseinandersetzung mit Österreichbildern und -klischees, die man so im Kopf hat“, so Unterweger. Und natürlich sind viele steirische Autoren und Autorinnen mit ihren neuen Büchern in Leipzig dabei. Der Verkauf der 2.000 Gedicht-Packungen soll jedenfalls in einen Preis münden.
Roboter-Überraschungen
Der Gastlandauftritt Österreichs steht ja unter dem Zungenbrecher-Motto „meaoiswiamia“ aus der Feder des Autors Thomas Stangl. Und mit dabei ist die Literaturshow „Roboter mit Senf“, moderiert von Daniela Strigl und Literaturhaus-Chef Klaus Kastberger.
„Wir machen die Show ja mittlerweile in Graz seit einigen Jahren, und uns kommt es gar nicht mehr so außergewöhnlich vor. Es gab jetzt die ersten Berichte in der Leipziger Zeitung zum Beispiel, und die finden das eigentlich schon relativ strange, was da passiert. Und das lässt uns das Ganze vielleicht auch mit einem anderen Blick nochmal sehen. Aber was rundherum passiert, das ist das Performance-Kollektiv, es gibt immer ein Spiel, und wir sind auch nicht vorher informiert. Es gehört zu den ganz reizvollen Dingen, dass wir selber dann immer so überrascht sind über die Kreativität, die der Roboter an den Tag legt“, so Kastberger.