KULTUR

Peter Simonischek ist tot

Der Schauspieler Peter Simonischek ist im Alter von 76 Jahren verstorben. Der gebürtige Grazer war vielfach ausgezeichneter Publikumsliebling, der in zahlreichen Theater- und Filmrollen brillierte.

Simonischek war Ehrenmitglied des Wiener Burgtheaters und hat – nicht zuletzt durch seine eindrucksvolle Darstellung des Jedermanns bei den Salzburger Festspielen (2002-2009) bekannt – darüber hinaus im Laufe seiner Karriere eine Vielzahl weiterer unvergesslicher Theater- und Filmrollen verkörpert. Mehr dazu auch in Peter Simonischek ist tot (news.ORF.at).

Peter Simonischek als Jedermann und Jens Harzer als Tod während der Probe zu „Jedermann“ am Donnerstag, 25. Juli 2002 im Rahmen der Salzburger Festspiele.
APA/BARBARA GINDL

Vom Grazer Schauspielhaus in die Welt

Geboren 1946 in Graz, wurde Simonischek bereits während seines Schauspielstudiums ans Grazer Schauspielhaus geholt. Schon bald folgten Engagements an renommierten Theaterhäusern.

So gehörte Simonischek etwa von 1979 bis 1999 zum Ensemble der Berliner Schaubühne, wo er von Regisseuren wie Peter Stein und Klaus Michael Grüber geprägt wurde. Seine Darstellung vieler Hauptrollen in bedeutenden Klassikern sowie Uraufführungen wurde vielfach prämiert, wie etwa 2018 mit dem Nestroy-Theaterpreis als Bester Schauspieler.

Peter Simonischek als Bill,, Dörte Lyssewski als Janet während der Fotoprobe  „The Party“ am Donnerstag 19. September 2019.
APA/HANS PUNZ

Internationale Bekanntheit

Internationale Bekanntheit und großes Lob der Fachkritik brachte Simonischek 2016 die Titelrolle in Maren Ades Spielfilm Toni Erdmann ein. Für den Part eines alternden Musiklehrers, der seine freudlose Manager-Tochter in der Gestalt eines kauzigen Alter Egos aus der Reserve locken möchte, gewann er im selben Jahr als erster österreichischer Schauspieler den Europäischen Filmpreis als Bester Darsteller.

Zuletzt war Simonischek im dritten Teil der Harry-Potter-Vorschichte „Phantastische Tierwesen“ zu sehen. Er spielte darin einen eigenbrötlerischen Kerkermeister und brachte sich auch mit eigenen Ideen ein – mehr dazu in Simonischek in Harry-Potter-Vorgeschichte (wien.OF.at; 27.4.2022).

„Land verliert einen großen Künstler“

Landeshauptmann und Kulturreferent Christopher Drexler (ÖVP) sowie Landeshauptmann-Stellvertreter Anton Lang (SPÖ) reagierten tief betroffen auf die Nachricht über das Ableben des großen steirischen Schauspielers Peter Simonischek: „Peter Simonischek war eine der ganz großen Persönlichkeiten des Kulturlandes Steiermark. Sein Format als Schauspieler sowohl in Filmen als auch auf Theaterbühnen hat national und international höchste Anerkennung erfahren. Trotz des großen Erfolges – als langjähriger und prägender „Jedermann" bei den Salzburger Festspielen oder mit dem eindrücklichen Film „Toni Erdmann" – hat Peter Simonischek seine Bodenständigkeit, Nahbarkeit und sein herzliches, offenes Wesen immer bewahrt. Peter Simonischek ist darüber hinaus auch eines immer geblieben: Verwurzelt und stark verbunden mit seiner Heimat, der Steiermark. Unser Land verliert einen großen Künstler, einen grandiosen Schauspieler. Wir sind ihm für sein Werk, das auch sein Heimatland geprägt hat, ausgesprochen dankbar. Die Steiermark wird Peter Simonischek stets ein ehrendes Andenken bewahren. Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt seiner gesamten Familie.″

Peter Simonischek hat 2003 das Große Goldene Ehrenzeichen und 2017 das Große Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark mit dem Stern verliehen bekommen. 2013 wurden Peter Simonischek und seine Frau Brigitte Karner mit dem Josef Krainer-Heimatpreis ausgezeichnet.