Knie wird massiert
Pixabay/Angelo Esslinger
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Gesundheit

Rheuma: Pandemie brachte Anstieg

Wenn die Gelenke schmerzen oder wenn man von Entzündungen geplagt ist, steckt nicht selten Rheuma dahinter. Eine Krankheit die nicht nur ältere Personen betrifft. Anlässlich des Welt Rheuma Tages machen Experten auf die Auswirkungen aufmerksam und zeigen auf, warum die Fälle in den letzten Jahren angestiegen sind.

Spricht man von Rheuma, spricht man -vereinfacht gesagt- von einer klassischen Entzündung bei der der Körper auf eigene Strukturen losgeht und somit die Autoimmunität steigert.

Das kann Kinder genauso treffen wie Erwachsene und zwar an sämtlichen körperlichen Strukturen, wie es der Leiter der Rheumatologie bei den Barmherzigen Brüdern in Graz, Raimund Lunzer schildert: „Gemeinhin wird oft diese ‚Rheuma-Hand‘ plakativ verwendet. Aber Rheuma kann vom Nervensystem bis zum Gefäßsystem alles betreffen. Rheuma allein nur durch Schmerzen zu definieren, das ist falsch.“

Krankheit schwierig zu diagnostizieren

Rheuma verläuft in Schüben, so der Experte. Die Beschwerden daher richtig abzubilden sei schwierig. Untersuchungen müssten zum richtigen Zeitpunkt stattfinden. Mit Aufklärungen in der Öffentlichkeit will man aufmerksam machen und Patienten die eventuell schon lange leiden erreichen: „Weil natürlich die Gefäßsysteme oder die Gelenke permanent entzündet sind. Dann werden sie ganz einfach zerstört. In den letzten 20 Jahren ist auf dem Gebiet wirklich wahnsinnig viel passiert und wir können dem Patienten jetzt zwar nicht die Heilung versprechen, aber das Wort Stillstand oder Stopp der Entzündung, das ist durchaus erreichbar.“

Virusgeschehen in Pandemie brachte Anstieg an Symptomen

In der Coronapandemie habe man einen Anstieg an Autoimmunität, also etwa rheumatischen Beschwerden bemerkt. Das sei allgemein bei Viralen Infekten der Fall und bei der Corona-Virushäufigkeit auch zu erwarten gewesen. Ob daraus nun auch vermehrt Autoimmunerkrankungen wie Rheuma entstehen, das wird die Forschung in den kommenden 3-4 Jahren beschäftigen, so Lunzer. Am Grazer Hauptplatz stehen heute von 10 bis 16h Ärzte, Psychologen, Selbsthilfegruppen im Rheumabus für Beratungsgespräche zur Verfügung.