Kinderbauch mit Masernausschlag
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Gesundheit

Impflücken führen zu zunehmender Masernrückkehr

Die Masern auszurotten ist das erklärte Ziel der Weltgesundheitsorganisation – doch davon ist man weit entfernt. In der Steiermark war 2023 ein starkes Masernjahr. Als Grund dafür sehen Experten Impflücken.

Das vergangene Jahr war in Österreich mit mehr als 180 Fällen ein starkes Masernjahr, die Steiermark war mit mehr als 100 Erkrankungen Hotspot.

„Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit“

Masern können schwere Folgeerkrankungen auslösen, sagt die Vorsitzende des österreichischen Masernkomitees, Andrea Grisold – deswegen werden die Fälle auch genau beobachtet. Im vergangenen Jahr gab es in Österreich so viele Masern-Erkrankungen wie in fast keinem anderen europäischen Land, nur Rumänien meldete noch mehr. Und: „Von den 183 Fällen, die wir in Österreich hatten, sind 115 Fälle leider der Steiermark zuzuordnen“, sagt Grisold.

„Infektionen werden demnächst ansteigen“

Dass die Steiermark Brennpunkt war, sei vermutlich Zufall, aber man rechne auch demnächst wieder mit Infektionen, „weil einfach jetzt wieder Schulskikurse starten, wo man sich mit anderen Kindern trifft, wo die Ballsaison wieder startet, und wo auch viele – sowohl Kinder als auch natürlich Erwachsene – von Urlauben zurückkommen, wo sie über die Weihnachtsfeiertage in anderen Ländern waren“.

Man brauche bessere Durchimpfungsrate

Um die Masern auszurotten, brauche man eine Durchimpfungsrate von 95 Prozent – davon sei man weit entfernt, so Grisold: Laut Gesundheitsministerium sind 87 Prozent der Zwei- bis Fünfjährigen zweifach geimpft. Impflücken gebe es bei den 20- bis 30-Jährigen: „Früher hat man die erste Impfung ungefähr im zweiten Lebensjahr gegeben und dann Jahre später, und das ist dann einfach durchgerutscht.“

Andrea Grisold rechnet österreichweit mit etwa 120.000 jungen Erwachsenen, die nur einmal geimpft sind, also keinen Schutz haben. Die Masern-Impfung ist gratis.

Eine Masern-Infektion kann das Immunsystem auf Jahre schwächen. Häufig kommt es laut Expertin zu Folgeerkrankungen wie Lungen- oder Mittelohrentzündungen, in seltenen Fällen kann Masern auch zu Hirnhautentzündungen führen.