Essen in Großküche
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Politik

Zentralküche soll 15.000 Speisen kochen

Graz wird bis 2026 eine neue Zentralküche bekommen, die täglich bis zu 15.000 Mahlzeiten für Kinder und Menschen in sozialen Einrichtungen kochen soll. Gebaut wird in der Herrgottwiesgasse. Am Montag sind die Pläne präsentiert worden.

Die bisherige Zentralküche Ecke Körösistraße-Kettengasse mit dem mehr als 100 Jahre alten Gebäudebestand hat ausgedient. Am neuen Standort sollen die Kapazitäten deutlich erhöht werden. Die Ausschreibung für das Projekt hat die Superfuture Architecture ZT GmbH gewonnen.

Errichtet wird ein dreigeschoßiges Gebäude samt Sozialräumen und Dachterrasse für die Angestellten. Die Front im Erdgeschoß soll zu einem guten Teil aus Glasfassade bestehen, wodurch man Einblicke in den Küchenbetrieb gewinnen wird können. „Wer die Bedingungen kennt, unter denen derzeit noch in der Zentralküche gearbeitet wird, sieht, dass dringender Handlungsbedarf besteht“, unterstrich Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ) bei der Präsentation des Siegerprojekts.

Alte Zentralküche ist mittlerweile viel zu klein

Die derzeitige Küche ist für rund 7.000 Mahlzeiten pro Tag ausgelegt, schaffe aber bis zu 10.000. Versorgt werden sämtliche städtische Schulen und Kindergärten sowie soziale Einrichtungen wie etwa das Vinzidorf. Der Bedarf steige wegen des Wachstums der Stadt pro Jahr um etwa 400 Portionen. Die Küche sei daher „längst am Limit“ angelangt und „die Arbeitsbedingungen müssen besser sein“, so Kahr. Der Bau der neuen Großküche wird voraussichtlich 21,5 Millionen Euro netto kosten.

Gebaut wird auf einem knapp 4.900 Quadratmeter großen Grundstück. Die Nutzfläche des Gebäudes wird rund 2.700 Quadratmeter betragen. Im Erdgeschoß werden sämtliche Küchengeräte, Kessel und das Lager sein. Im ersten Obergeschoß sind die Sozialräume der Belegschaft inklusive einer begrünten Dachterrasse zu finden. Im zweiten Stock wird die komplette Haustechnik und Lüftung verbaut sein. Anlieferungen und Abholung der Speisen werden künftig auf der Hinterseite des Gebäudes erfolgen.

Großteils österreichische Produkte

Hinzu kommen größere Lagerkapazitäten: „Derzeit sind unsere Kühlhäuser zu klein. Wir haben ein Lager für ein bis zwei Tage. Künftig werden es ein bis zwei Wochen sein“, freute sich Leiter Franz Gerngroß. Die Kessel werden ebenfalls größer: „Aktuell müssen wir die Geräte drei bis vier Mal befüllen, um die nötige Menge beispielsweise an Suppe zu schaffen“, so Gerngroß weiter. Rund 80 Prozent der Produkte in der Großküche werden bisher aus Österreich bezogen und „weil es immer heißt, in Großküchen kocht man nicht: Wir kochen schon“, betonte der Leiter. Das wolle man künftig mit einer Schauküche auch zeigen.

Fertigstellung soll 2026 erfolgen

Die Grazer Zentralküche verarbeitet pro Jahr rund 45 Tonnen Äpfel, zwölf Tonnen Bio-Huhn, 12.000 Becher Bio-Fruchtjoghurt, 34.000 Liter Bio-Vollmilch, 28 Tonnen Nudeln, 29 Tonnen rohe Kartoffeln und etwa 5.500 Kilogramm Grazer Krauthäuptel. Jeden Tag wird ein Menü mit und eines ohne Fleisch geboten, am Dienstag wird nur fleischlos gekocht.

Für rund 60 Abnehmerinnen und Abnehmer werden auch laktose- oder nussfreie Mahlzeiten zubereitet. Ein Menü mit Suppe, Hauptspeise und Nachspeise kostet derzeit 4,19 Euro. Bürgermeisterin Kahr will, dass künftig auch Menschen mit geringen Einkommen bei der Zentralküche Mahlzeiten abholen können. Details dazu seien aber erst in Ausarbeitung.

Das von einer Jury einstimmig ausgewählte Projekt der Superfuture Architecture ZT GmbH sieht weiters eine Fassadenbegrünung, eine Photovoltaik-Anlage am Dach sowie eine Tiefensonden-Wärmepumpe vor. Der Energiespeicher soll heizen oder kühlen können. Gut 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden in der neuen Zentralküche arbeiten. Die Einreichplanung erfolgt demnächst. Baustart ist für 2025 geplant, die Fertigstellung 2026.