Symbolisches Minarett für Grazer Moschee

In Graz sind am Donnerstag die Pläne für die erste Grazer Moschee vorgestellt worden. Der Entwurf zeigt neben der Moschee ein Kulturzentrum mit Schule und Gärten sowie ein symbolisches Minarett – ohne Lautsprecher und Gebetsruf.

Das Kulturzentrum und die Moschee der bosnischen Muslime werden auf einem Grundstück zwischen der Herrgottwiesgasse und der Laubgasse gebaut. Acht Millionen Euro kostet der Bau, für die Kosten kommt die bosnisch-muslimische Gemeinschaft auf.

Würfelförmige Moschee, Schule und Mehrzweckhalle

Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) präsentierte am Donnerstag die Pläne des Grazer Architekten Gerhard Springer, dessen Idee aus fünf Projekten aus dem internationalen Architektenwettbewerb ausgewählt wurde. Neben einer würfelförmigen Moschee sind islamische Gärten, Brunnen sowie ein Kindergarten, eine Schule und eine Mehrzweckhalle für etwa 1.000 Menschen geplant.

Modell der geplanten Moschee

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Modell der geplanten Grazer Moschee

22 Meter hohes Minarett ohne Funktion

Als Symbol für den muslimischen Glauben soll ein 22 Meter hohes, nicht begehbares Minarett errichtet werden. Es wird allerdings keine Funktion haben, sagt der Sprecher der bosnischen Muslime, Mahdi Mekic: „Es war unser Wunsch, ein symbolisches Minarett zu haben, es ist nicht aktiv, ohne Muezzin. Wir möchten uns gut anpassen und niemanden durch unsere Gebete stören.“

Grundstück, auf dem die Moschee gebaut wird

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Grundstück in der Herrgottwiesgasse, auf dem die Moschee gebaut werden soll

Nagl appelliert an Offenheit der Grazer

Für Bürgermeister Nagl ist damit eine jahrelange Diskussion beendet. Es sei selbstverständlich, dass eine staatlich anerkannte Glaubensgemeinschaft mit 18.000 Mitgliedern eine Moschee errichten dürfe, so Nagl, der an die Offenheit der Grazer appelliert: „Überall, wo gebaut wird, gibt es den einen oder anderen Protest, damit rechne ich auch hier. Ich lade alle Grazer ein, sich das Zentrum anzuschauen und einen Dialog zu führen, das räumt sicher Vorurteile aus.“

Das Projekt der türkischen Muslime für ein Kulturzentrum in der Lazarettgasse befindet sich übrigens noch in der Planungsphase.

Winter bezeichnet Minarett als „Siegeszeichen“

Die ehemalige Stadtparteichefin der Grazer FPÖ und jetzige FPÖ-Nationalratsabgeordnete Susanne Winter kommentiert das Minarett als „Siegeszeichen des Islam“. Das „riesige Islamzentrum“ hätte nichts mit „freier Religionsausübung zu tun, sondern fördert die muslimische Parallelkultur in der steirischen Landeshauptstadt“, so Winter in einer Aussendung.

Schon in der Vergangenheit sorgte Winter durch ihre Kritik an der islamischen Glaubensgemeinschaft für Schlagzeilen. 2009 fasste sie wegen des Vergleichs des islamischen Propheten Mohammed mit einem Kinderschänder drei Monate bedingte Haft aus und wurde wegen Verhetzung verurteilt.

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