Über 1.500 Einsprüche gegen Krsko-Ausbau

Über 1.500 Einsprüche sind in den letzten Monaten in der Steiermark gegen die Ausbaupläne des grenznahen Atomkraftwerks Krsko in Slowenien eingegangen. Das Kraftwerk soll aber nicht nur ausgebaut werden - auch die Laufzeit soll verlängert werden.

Der sogenannte „Nationale Energieplan“ Sloweniens sieht vor, dass die Laufzeit des Atomkraftwerks (AKW) um weitere 20 Jahre - bis 2043 - verlängert werden soll; zudem soll ein Reaktor des 30 Jahre alten Baus erweitert werden.

Das Atomkraftwerk Krsko liegt von Graz nur 130 Kilometer entfernt.

Derzeit läuft UVP

Dieser Plan wird derzeit auf EU-Ebene einer Art Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen. Am Freitag endet die Einspruchsfrist. Auch zahlreiche Steirer nutzten die Möglichkeit und protestierten gegen die Pläne, bestätigt Gerhard Rupp von der zuständigen Fachabteilung des Landes: „Bis jetzt wurden in etwa 1.500 Stellungnahmen abgegeben. Darunter sind zahlreiche öffentliche Stellen, diverse Gemeinden, vor allem aus der Südsteiermark, aber auch das Umweltamt der Stadt Graz, die Diözese Graz Seckau und auch viele Privatpersonen.“

Vor allem im südsteirischen Raum sei die Betroffenheit wegen der räumlichen Nähe wohl am größten.

AKW-Krsko in  Slowenien

ORF

AKW Krsko in Slowenien

Land brachte noch keine Stellungnahme ein

Anders als die Stadt Graz, zahlreiche Gemeinden und Schulen oder auch die evangelische Kirche brachte die Landesregierung vorerst keine eigene Stellungnahme ein; aus dem Büro von Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) heißt es aber, dass man die Bedenken der Bevölkerung teile. In der nächsten Landesregierungssitzung kommende Woche soll eine eigene Stellungnahme an den Bund beschlossen werden.

Einsprüche gehen an Lebensministerium

Die übrigen Einsprüche schickt die zuständige Fachabteilung an das Lebensministerium in Wien, erklärt Rupp: „Das Lebensministerium ist die Stelle, die österreichweit die Eingaben sammelt. Es gibt ja auch aus Kärnten zahlreiche Einsprüche, die dann das slowenische Energieministerium und die Kommission informiert und an die entsprechenden Stellen weiterleitet.“

Durch die massiven Proteste könnte Slowenien gezwungen sein, die Vorhaben für Krsko abzublasen; derzeit hält die Regierung in Laibach aber an den Plänen noch fest.