KPÖ-Protest gegen kleines Glücksspiel

Die KPÖ kämpft weiter gegen das kleine Glücksspiel: Bei einer Demo gegen die Wiedereröffnung eines Wettcafes in Graz wurde am Donnerstag die Landesregierung aufgefordert, keine neuen Lizenzen für Glücksspiellokale zu vergeben.

Während am Donnerstag im Haus Jakominiplatz 16 eine Bauverhandlung lief, bei der es um die Wiedereröffnung eines Wettcafes - inklusive neuer Lizenzerteilung - ging, protestierten davor rund 20 Aktivisten der steirischen KPÖ mit Transparenten und Flugblättern gegen die Spielsucht.

KPÖ-Demo in Graz

KPÖ

„Die meisten Automaten, die meisten Spielsüchtigen“

„Wir sind das Bundesland mit den meisten Automaten und den meisten Betroffenen - es ist schrecklich zu sehen, in welche Situation Familien hier kommen“, sagte dabei die Grazer KPÖ-Stadträtin Elke Kahr.

Kein Verbot in Sicht

Doch auch wenn laut Suchtbericht des Landes allein in der Steiermark bis zu 80.000 Menschen direkt oder indirekt von der Spielsucht betroffen sind, ist ein Verbot nicht in Sicht - im Gegenteil: Obwohl ein neues Bundesgesetz vorschreibt, dass alle rund 4.700 derzeitigen Spielautomaten in der Steiermark spätestens 2016 entfernt und danach nur noch rund 1.000 modernere Geräte zugelassen werden, erteilt das Land auch jetzt noch neue Lizenzen für die alten Automaten.

„Das Land und der Landeshauptmann hätten bis letztes Jahr die Möglichkeit gehabt zu sagen: Jetzt keine neuen Lizenzen mehr. Doch das ist nicht passiert, im Gegenteil: Die Steiermark hat die längste Übergangsfrist von allen“, so Kahr.

Künftige Beschränkung für KPÖ „Augenauswischerei“

Auch die künftige Beschränkung auf 1.000 Spielautomaten, die im Gegensatz zur jetzigen Generation direkt mit dem Finanzministerium vernetzt sein werden, sei nur eine Augenauswischerei, sagt die KPÖ, denn neben diesen 1.000 werde es ab 2016 die Erlaubnis für eine unbegrenzte Anzahl von so genannten Video-Lotterie-Terminals geben.

„Da werden Leute ruiniert“

Diese würden sich von den herkömmlichen Automaten allerdings nur dadurch unterscheiden, dass der Zufallsgenerator nicht direkt eingebaut, sondern zentral in Wien angesiedelt sei, sagt Günther Wanker, Sprecher der Bürgerinitiative gegen das kleine Glücksspiel: „Da werden Leute ruiniert. Gewinnen tun nur Novomatic, HTM und wie sie alle heißen.“

Für den September haben KPÖ und die Bürgerinitiative weitere Protestaktionen gegen das kleine Glücksspiel angekündigt.

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