Protest: Journalisten gegen KV-Auflösung

200 Journalisten haben am Montag in Graz gegen die Aufkündigung ihres Kollektivvertrages durch den VÖZ protestiert. Die Journalisten fordern einen neuen Kollektivvertrag und die Absicherung der Zeitungs- und Online-Journalisten.

Montagnachmittag haben zahlreiche steirische Journalisten nicht berichtet, sondern sie sind gegen die Pläne der Zeitungsherausgeber auf die Straße gegangen. Erst vor zwei Wochen hat der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) während der laufenden Verhandlungen über einen neuen Kollektivvertrag für Zeitungs- und Online-Journalisten den bestehenden Kollektivvertrag gekündigt.

„Arbeits- und sozialrechtliche Absicherung“

In ganz Österreich fanden Proteste statt. Allein in Graz haben sich 200 Journalisten vor der Stadthalle zu einer Demonstration getroffen. Hauptforderung ist, dass die Zeitungsherausgeber die Kündigung des Kollektivvertrages zurücknehmen, sagt Ute Gross von der Journalistengewerkschaft:

Journalisten Demonstrantion gegen Aufkündigung KV

ORF

„Der Vertrag ist die arbeitsrechtliche und sozialrechtliche Absicherung für die Beschäftigten in der Branche und der Garant für unabhängigen Journalismus. Ganz konkret geht es darum, dass der VÖZ die Kündigung zurücknimmt, damit die Basis geschaffen wird, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren und den neuen Kollektivvertrag, den Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam wollen, zustande zu bringen“, so Gross. Dieser neue Vertrag ist dann für alle Zeitungs- und Online-Journalisten gültig.

Gemeinsamer Protest

Aus diesem Anlass hat die „Kleine Zeitung“ ihre Betriebsversammlung am Montag öffentlich als Demonstration abgehalten. Auch ÖGB und Arbeiterkammer waren vertreten.

Der Betriebsvorstandsvorsitzende der „Kleinen Zeitung“, Claus Albertani, war auch unter den Demonstranten: „Worüber sollen wir verhandeln, wenn es keinen Kollektivvertrag gibt. Wir verhandeln seit Jahren über Änderungen, über Besserstellungen für junge Kollegen. Das wollen die Zeitungsherausgeber offenbar nicht und dagegen werden wir uns wehren.“