Spendenabsetzbarkeit: Kritik an Neuregelung

Das Absetzen von Spenden soll im neuen Jahr für Spender leichter werden: Ab 1. Jänner müssen Organisationen, die Spenden erhalten, die Meldung an das Finanzamt übernehmen. Diese fürchten einen Mehraufwand in der Verwaltung.

Bisher musste man selbst die Spende bei der Einkommenssteuererklärung geltend machen. Wer künftig seine Spenden steuerlich absetzen möchte, der muss sich ab 1. Jänner nicht mehr selbst darum kümmern. Dann müssen die Daten nämlich von den jeweiligen Organisationen an das Finanzamt übermittelt werden.

„System bedeutet enormen Aufwand und Kosten“

Bei der Krebshilfe Steiermark spricht man in diesem Zusammenhang von einem enormen administrativen Aufwand: „Wir haben dieses System sicher nicht beim Christkind bestellt, weil es für uns einen enormen Aufwand und Kosten bedeutet. Jetzt müssen wir - je nach Größe der Organisation - zwischen hunderte und mehrere zehntausende Spenden der Finanzbehörde melden. Das bedeutet, dass man hier zusätzliches Personal anstellen muss, dass der Verwaltungsanteil für die Organisationen wächst - und das bedeutet in jedem Fall Schwierigkeiten und höhere Kosten“, kritisiert Geschäftsführer Christian Scherer.

Spenden Erlagschein wird ausgefüllt

ORF

Besonders jetzt zur Weihnachtszeit ist die Spendenbereitschaft der Steirer hoch

Die größte Schwierigkeit sei aber, dass die Spenden nur dann absetzbar sind, wenn die Spender ihren vollen Namen und das Geburtsdatum angeben: „Wenn uns nämlich ein Spender oder eine Spenderin nicht den Vornamen - den Zunamen und vor allem das Geburtsdatum - nennt, so wie es in der Geburtsurkunde steht, dann können wir nichts tun. Das heißt, dann unterbleibt diese Meldung seitens der Organisation und dann wird diese Spende auch nicht abgesetzt.“

Großzügige Steiermark:

Laut dem aktuellen Spendenbericht erweisen sich die Steirer übrigens als besonders großzügig - im Schnitt spendeten sie heuer 178 Euro pro Person.

Neues System soll Spender motivieren

Dass im kommenden Jahr die eine oder andere Meldung nicht möglich sein wird, davon geht auch Caritas-Direktor Herbert Beiglböck aus. Allerdings sieht er das neue Modell vor allem als eine Entlastung der spendenden Personen: „Das ist ein Aufwand, der nicht ganz angenehm ist, aber der Nutzen der dabei geschaffen wird, ist für Spender und Spenderinnen groß. Insofern sage ich: Das ist eine einmalige Investition, die wir tätigen. Wir hoffen, dass dadurch die Spender neu motiviert werden, weiterhin für uns oder auch andere Organisationen zu spenden.“

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