Grazer Schutzzonen für Polizei „Erfolg“

Seit einem Monat sind die Schutzzonen in zwei Grazer Parks in Kraft. Die Polizei hat 170 Betretungsverbote ausgesprochen, 28 Personen festgenommen, Drogen, Waffen und Bargeld sichergestellt.

Seit 6. April führt die Polizei Schwerpunktkontrollen mit Streifen und Spezialeinheiten im Grazer Volksgarten und im Metahofpark durch. Einen Monat später hat die Polizei am Montag Bilanz gezogen. Landespolizeidirektor Gerald Ortner spricht von einem Erfolg. „Man kann nach einem Monat durchaus sagen, dass sie sehr erfolgreich und zielführend waren.“

„Alle Ziele erreicht“

Als Ziele habe man ausgegeben, Minderjährige vor Straftaten schützen zu wollen, das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu heben und den Suchtmittelhandel aus dem öffentlichen Raum „wegzubringen“, wie Ortner sagt. „Alle Ziele konnten wir im ersten Monat erfolgreich durchführen“, so der Landespolizeidirektor.

Betretungsverbote meist eingehalten

Insgesamt 170 Betretungsverbote wurden ausgesprochen, die meisten in den ersten drei Tagen. Dann sei die Anzahl kontinuierlich zurückgegangen, sagt ein leitender Beamter. „Das Erfreulichste daran ist, dass sich die Aussprache der Betretungsverbote stark reduziert hat. Das heißt, wir sind bei zwei bis fünf Betretungsverbote pro Tag maximal und wir gehen davon aus, dass es auch nicht mehr wird“, so der Polizist.

Die Personen, gegen die ein Betretungsverbot ausgesprochen wurde, würden dies auch befolgen. „Derzeit gibt es nur vier Personen, die sich laufend nicht daran halten“, sagt der Polizeibeamte. Aber auch das habe man bereits im Griff. Von den 170 Betretungsverboten entfielen mit Stand 1. April 36 Prozent auf Afghanen, 23 Prozent auf Österreicher. Danach kämen Personen aus Somalia, der Russischen Föderation, Rumänien oder Nigeria.

28 Festnahmen in einem Monat

Insgesamt 426 Anzeigen und 28 Festnahmen verzeichnete die Polizei. Die 28 Festnahmen betrafen 13 Vergehen nach dem Suchtmittelgesetz, acht nach dem Strafgesetz, fünf nach dem Fremdenpolizeigesetz und zwei nach dem Verwaltungsrecht. Die beiden spektakulärsten Festnahmen waren außerhalb der Schutzzonen, seien aber im Zusammenhang mit Fahndungsmaßnahmen gestanden, sagte der Leiter des Kriminalreferates im Stadtpolizeikommando, Oberstleutnant Gerhard Lachomsek.

In einem Fall wurde ein 19-jähriger Tschetschene bei einer Schutzzonen-Schwerpunktaktion festgenommen. Er steht im Verdacht drei Raubüberfälle auf Taxi-Lenker, zwei auf Tankstellen sowie zahlreiche Einbruchsdiebstähle begangen zu haben. Bei der Festnahme wehrte er sich laut Polizei massiv mit einem Messer. Der andere war ein 47-Jähriger aus dem Bezirk Weiz gewesen, der am Hauptplatz mit rund 300 Substitol-Tabletten geschnappt wurde.

Drogen, Waffen, Bargeld

Bei den 138 Sicherstellungen wurden 120 im Bereich Drogen registriert, davon 1,5 Kilogramm Marihuana sowie geringe Mengen an Ecstasy, Kokain, Speed und verschiedene Substitute. Achtmal wurde mutmaßliches Drogengeld konfisziert, zweimal Waffen wie Schlagring und Totschläger sichergestellt. Aufgrund der massiven Polizeipräsenz mit bis zu 40 Polizisten sei auch Gegenwehr unterblieben. Es habe keine verletzten Beamten gegeben, sagt ein leitender Ermittler.

Kooperation mit Bevölkerung positiv

Die Lage werde laut einem Ermittler täglich neu evaluiert und die Schwerpunkte gesetzt. Die Szene sei mittlerweile zersplittert und habe sich in Hinterhöfe verlagert. Man habe 84 Punkte unter Beobachtung, hieß es. Nach wie vor gebe es aber Vandalismus gegen die an den Parkzugängen aufgehängten Verordnungen der Schutzzonen.

Positiv für die Polizei war die Kooperation mit Lokalbesitzern, Parkbesuchern und Anrainern. Mittlerweile würden sich Wirte selbst melden, wenn ihnen etwa Drogenaktivitäten auffielen. „Das nehmen wir sehr positiv auf“, sagte ein Ermittler. Auch hätten die Hinweise aus der Bevölkerung zugenommen und man bekomme auf offener Straße Lob von den Bürgern. Nach einem ersten Informationsabend für Anrainer vor Inkrafttreten der Schutzzonen, veranstaltet die Polizei am 11. April einen weiteren Informationsabend für die betroffene Bevölkerung.