Polizei warnt vor „falschen Handwerkern“

In der Steiermark geben sich derzeit Unbekannte als Handwerker aus und haben in zumindest zwei Fällen ihren Opfern überteuerte Dienstleistungen als „Steinreiniger“ angeboten. Die Polizei rät zur Vorsicht.

Ein Betrieb mit angeblichem Firmensitz in Graz-Liebenau bot über einen Folder in einer Tageszeitung Werbung für Stein- und Fassadenreinigungen an. Am 8. Mai nahm eine 77 Jahre alte Frau im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld telefonischen Kontakt mit dieser Firma auf, teilte die Polizei am Dienstag in einer Aussendung mit.

Betrüger verlangen Vorauszahlung für Dienste

Noch am selben Nachmittag erschien ein bislang unbekannter Mann laut Polizei mit einem schwarzen Lieferwagen und deutschem Kennzeichen beim Einfamilienhaus der 77-Jährigen, um die Örtlichkeit zu besichtigen. Einige Tage später trafen Mitarbeiter der Firma wieder an der Örtlichkeit ein. Bevor sie mit den Arbeiten der rund 170 Quadratmeter großen Fläche begannen, forderten sie die 77-Jährige und ihren Ehemann auf, den Betrag im Voraus zu bezahlen. Als das Pensionisten-Paar den in Rechnung gestellten Betrag in der Höhe von 5.000 Euro in bar bezahlte, verschwanden die Arbeiter kurz darauf. Die Reinigung sowie die vereinbarte Versiegelung der Fläche fanden nicht statt. Für den erhaltenen Betrag stellte der Unbekannte lediglich einen Zettel ohne Firmenangaben handschriftlich aus.

Firmensitz mit Scheinadresse

Am Montag, 20. Mai, erstattete eine 78 Jahre alte Grazerin Anzeige bei der Polizei über einen ähnlichen Vorfall. Auch sie hatte zuvor mit derselben Firma Kontakt aufgenommen. In diesem Fall wurde die Arbeit teilweise erledigt, dann wurde ein Betrag in der Höhe von 9.000 Euro verlangt. Auch in diesem Fall bezahlte die 78-Jährige 5.000 Euro in bar und bekam keine Rechnung. Die Unbekannten erschienen in diesem Fall mit einem weißen Pkw und deutschen Kennzeichen. In beiden Fällen laufen die Ermittlungen. Bisherigen Erkenntnissen zufolge dürfte es sich beim Firmensitz um eine Scheinadresse handeln.

Polizei rät zur Vorsicht

Die Polizei rät, sich vor der Inanspruchnahme von Dienstleistungen genau über die Seriosität von Firmen zu erkundigen, etwa über Kundenbewertungen im Internet, oder nach Möglichkeit auf vertrauenswürdige Handwerker in der näheren Umgebung zurückzugreifen. Vor Beginn der Arbeiten sollten detaillierte Kostenvoranschläge angefordert werden um spätere „Überraschungen“ zu vermeiden, so die Polizei. Außerdem sollen Angebote von verschiedenen Firmen verglichen werden. Wenn Unternehmen ausschließlich Bezahlungen in bar verlangen, ist das laut Polizei ein Hinweise auf fehlende Seriosität.