Deftiges „Golgota Picnic“ im herbst

Burger-Weckerln als Bodenbelag, Farbduschen für die Darsteller: Der südamerikanische Theatermacher Rodrigo Garcia verwendet bei seinem „Golgota Picnic“ im Rahmen des steirischen herbstes ungewöhnliche Zutaten.

Schauspieler in "Golgota Picnic" sitzen auf Burger-Weckerln

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Eine eindeutige Botschaft von einer im Konsum erstickten Welt vermittelt der Text des argentinisch-spanischen Regisseurs Rodrigo Garcia. Üppige Bilderfluten überschwemmen das Publikum: Die Darsteller lagern etwa auf Campingsesseln, wie bei einem modernen letzten Abendmahl, auf einer mit Burger-Weckerln bedeckten Bühne.

Gefallene Engel

Der Text ist streng und sehr poetisch, wenn etwa ein gefallener Engel nachdenkt: „Unordnung säen kann ich nicht: Das habt ihr bereits getan. Die Erde mit Waffen bevölkern kann ich nicht: Das habt ihr bereits getan. Man erwartet, dass der Dämon als gefallener Engel auf die Erde kommt, um die Menschen weiterhin zu verstören und ihr seht, dass nichts ferner sein kann.“

Sendungshinweis:

„Steiermark heute“, Sendung vom 2.10.11

Haydns „Sieben letzte Worte“

Drei der Darsteller werden nackt mit Farben besprüht und formen immer neue Gruppen von Plastiken, einige erinnern an Pieta-Abbildungen. Den Pianist Marino Formenti erwartet am Ende des Stücks eine besondere Aufgabe: Er spielt Joseph Haydns „Sieben letzte Worte unseres Erlösers am Kreuze“ nackt.

Nackter Pianist auf der Bühne

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Keine Blasphemie

Eine vermeintliche Kreuzigung, Tanzende mit verräterischen Wundmalen an Händen und Füßen: Eine Gruppe von Demonstranten befürchtete vor der Vorstellung Blasphemie. Der Grazer Pfarrer Hermann Glettler konnte die Befürchtung nicht bestätigen, er sieht in dem Stück „den Kampf um die Seele des Menschen“.

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