Rolling Stones: Spielberg, Rock und 95.000 Fans

Dem größten Publikum ihrer „No Filter“-Tour haben die Rolling Stones am Samstag in Spielberg eingeheizt: 95.000 Menschen waren der Einladung der Rock-Legenden gefolgt - Verkehrsstaus und Gatschwetter zum Trotz.

Mit „Hallo Oisterrach“ hat Rolling-Stones-Frontmann Mick Jagger am Samstagabend das Publikum in Spielberg begrüßt. Eine Viertelstunde später als geplant wurde losgelegt - mit „Sympathy For The Devil“: Um Punkt 20.40 Uhr loderten die (LED-)Flammen, als Jagger auf vier häusergroße Videowalls projiziert die ersten Zeilen sang.

Jagger, Keith Richards, Ron Wood und Charlie Watts lieferten eine Palette von purem Blues (u. a. das Jimmy-Reed-Cover „Ride ’Em Down“) bis zu Disco („Miss You“ mit viel Verve), vom geisterhaft-psychedelischen „Paint It Black“ bis zum Country-Kalauer „Honky Tonk Women“; „Happy“ und „Slipping Away“ berührten zutiefst.

Tipp:

Wie aus Blues Rock ’n’ Roll wurde: Simon Hadler mit einer Kritik aus Spielberg - mehr dazu in news.ORF.at

Voodoo-Stick zeigte seine Wirkung

Aus Sicht der Einsatzorganisationen war das Event eine Herausforderung - Teamwork war gefragt. Einerseits aufgrund der hohen Besucherzahl, andererseits aufgrund des Wetters. Allerdings dürfte Keith Richards Voodoo-Stick, der schon den Regen beim Tourauftakt in Hamburg gestoppt hatte, auch am Samstag seine Magie entfaltet haben: Das Terrain in Spielberg war zwar matschig und eigentlich nur mit Gummistiefeln halbwegs bezwingbar, aber der Regen setzte am Nachmittag aus - es blieb trocken.

Gute Stimmung trotz aller Widrigkeiten

Rund 95.000 Fans rissen dann beim Gig der „No Filter“-Tour kollektiv die Hände in die Höhe. Laut einer Ticketverkaufserhebung lag der Altersschnitt des Publikums knapp unter 40 - auch viele junge Menschen waren gekommen.

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Wie kam das Konzert bei den Besuchern an? Ulli Enzinger fragte für „Radio Steiermark“ nach

Der Großteil von ihnen war in rund 17.000 Pkws und rund 350 Bussen, aber auch in Zügen und Sonderzügen angereist – teils jedoch verspätet: Die widrigen Witterungsverhältnisse bei der Anreise führten zu einem komprimierten und verspäteten Eintreffen der Gäste und somit zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen.

Geduld gefragt

Bei der Abreise war ebenso – wie prognostiziert – Geduld angesagt - mehr dazu in Die Rolling Stones rocken die Steiermark (16.9.2017). Über den Kurznachrichtendienst Twitter informierte die Polizei über die aktuelle Verkehrslage, wobei sie sich von den bekanntesten Stones-Titeln inspirieren ließ.

Auch die ein oder andere Anzeige mussten die Beamten im Laufe des Abends aufnehmen: So gab es einige Körperverletzungen, hauptsächlich im Zusammenhang mit Alkohol. Im Verhältnis zur Zuschauerzahl sei die Anzahl dieser Delikte aber laut Polizei verschwindend gering. Bei mehreren Personen wurden geringe Mengen Suchtgift sichergestellt.

Keine Brandeinsätze für Feuerwehr

Aus der Sicht der Feuerwehr gab es keine Brandeinsätze. Im Hintergrund hatten 65 Einsatzkräfte für Sicherheit und Brandschutz rund um das Veranstaltungsgelände gesorgt. Insgesamt mussten die Feuerwehren zu 20 technischen Einsätzen ausrücken, darunter auch Fahrzeugbergungen aufgrund des schlammigen Untergrunds.

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Sendungshinweis

Ulli Enzinger fing für „Steiermark heute“ am 16.9.2017 die Stimmung vor dem Konzert ein - Impressionen vom Auftritt der Stones gibt es am 17.9.2017 in „Steiermark heute“ zu sehen.

Gefordert waren die Mitarbeiter des Arbeiter-Samariter-Bundes Österreich, Landesverband Steiermark: Insgesamt mussten über 210 Versorgungen vorgenommen werden. Von Kreislaufbeschwerden, kleineren Brüchen bis hin zur Versorgung von diversen Verletzungen spannte sich der Rahmen der Einsätze. Insgesamt wurden rund 20 Transporte in umliegende Krankenhäuser vorgenommen.

Kritik in Sozialen Netzwerken

An einigen Dingen gab es nach dem Gig u.a. Kritik in sozialen Foren - etwa zu wenig Ausschilderung, zu wenige Shuttlebusse oder zu enge Wege vom Konzertgelände zu den Parkplätzen. Außerdem wurden Absperrungen durchbrochen, es habe viele Alkoholisierte gegeben. Die schlammigen Wege seien indes - besonders für ältere oder körperliche beeinträchtigte Menschen - zum Hindernis geworden. Die Fans hätten sich jedoch untereinander geholfen, wie eine Besucherin gegenüber steiermark.ORF.at schilderte.

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