Schützenhöfer bittet Evangelische um Vergebung

Die Evangelische Kirche hat am Samstag im Landtag das Reformationsjubiläum gefeiert. Dabei bat Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) um Vergebung für das Unrecht, das zu Zeiten der Gegenreformation angetan wurde.

Es war eine ungewöhnliche Festsitzung im Landtag: Wo sonst die Politik tagt, versammelte sich aus Anlass des Jubiläumsjahres „500 Jahre Reformation“ das höchste Gremium der Evangelischen Kirche in der Steiermark gemeinsam mit höchsten weltlichen und geistlichen Verantwortungsträgern. Damit werde, so Landtagspräsidentin Bettina Vollath (SPÖ), „ein Symbol der gelebten Ökumene, ein Symbol des harmonischen Miteinanders der Religionen in der Steiermark gesetzt“.

Dennoch gedachte man auch vergangener, schwieriger Zeiten - der Verfolgung und Vertreibung tausender Protestanten, besonders auch in der Steiermark. Landeshauptmann Schützenhöfer sprach in seiner Rede von Unrecht, „auch von Seiten der politischen Machtträger, das ich nur mit Bedauern und Entschuldigung für damals gesetzte Gewalt und geschehenes Unrecht betonen kann“.

„Historische Lücke geschlossen“

Schützenhöfer habe mit seiner Erklärung eine historische Lücke geschlossen, sagte der evangelische Superintendent Hermann Miklas, der dann den Ängsten der Reformationszeit heutige Ängste gegenüberstellte: „Und säkulare Ablassprediger unserer Zeit stehen auch nicht an, das Geschäft mit der Angst noch lustvoll zu schüren, um damit eigene politische Gewinne einfahren zu können, egal von welcher Seite das kommt - ich glaube, das ist ein höchst riskantes Spiel.“

500 Jahre Reformation - Festakt
ORF

Schließlich erhielt Landeshauptmann Schützenhöfer den höchsten Ehrenpreis der Evangelischen Kirche in Österreich, und im Hof des Landhauses wurde ein Gedenkstein gelegt: Der „Stein der Versöhnung“ soll an die wechselvolle Geschichte und an heutiges Miteinander erinnern.

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