Fünf Jahre Kaserne ohne Rekruten

Vor fünf Jahren hat das Bundesheer Pilotprojekte zur Einsparung von Grundwehrdienern gestartet - so sollte die Zahl der sogenannten Systemerhalter reduziert werden. Auf der Seetaleralpe war dieser Versuch ein voller Erfolg.

Jährlich 100 Rekruten versahen als sogenannte Systemerhalter - also als Kraftfahrer, in der Küche, als Kellner oder Wachsoldat im Absperrdienst - bis Ende 2012 am Truppenübungsplatz Seetaleralpe ihren Dienst - mehr dazu in Keine Rekruten mehr am TÜPl Seetaler Alpe (30.11.2012).

Truppenübungsplatz Seetaler Alpe
ORF
Rund 100 „Systemerhalter“ versahen bis Ende 2012 am Truppenübungsplatz Seetaleralpe ihren Dienst

Einmalige Anschaffungskosten

Ihre Einsparung bringt rund 300.000 Euro jährlich. Demgegenüber stehen einmalige Anschaffungskosten: So musste als Ersatz für die Wachsoldaten eine 350.000 Euro teure Anlage installiert werden, sagt Christian Fiedler vom Militärkommando Steiermark, „um Touristen, Wanderer, auch Landwirte zu Zeiten des Schießbetriebes davon abzuhalten, in den Gefahrenbereich hineinzugehen. Das kann man sich so vorstellen, dass an bestimmten Punkten und Wegkreuzungen Leuchtsäulen und Warnleuchten angebracht sind“. Auch mussten Geräte wie ein Traktor oder ein Schneeräumfahrzeug angeschafft werden, die die Arbeit der Grundwehrdiener ersetzen können.

„Das klassische Soldatenerlebnis“

Trotzdem: Langfristig wird eingespart, und die Grundwehrdiener können in anderen Bereichen und an anderen Standorten eingesetzt werden. Man wolle die Rekruten aus den Bereichen Küchenhilfsdienst oder Soldatenservierdienst im Cafe wegbringen, sagt Fiedler: „Diese Soldaten werden jetzt zum Jägerbataillon 17 einberufen, können dort eine Ausbildung zum Jäger am Mannschaftstransportfahrzeug Pandur erfahren, oder sie können zum Jägerbataillon 18 nach St. Michael einrücken, wo sie eine spezielle Alpinausbildung erhalten, oder zum Standort Feldbach, wo sie bei der Aufklärungstruppe dienen und das klassische Soldatenerlebnis haben“, so Fiedler.

Seetaleralpe „Spezialfall“

An einigen der österreichweiten Pilotprojektstandorte ging man wieder zum System der Grundwehrdiener als Systemerhalter zurück, heißt es aus dem Verteidigungsministerium - die Seetaleralpe sei ein Spezialfall, hier rechne sich die Umstellung.

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