Vordernberg: Anstaltsleitung reagiert

Nach dem Fluchtversuch im Anhaltezentrum Vordernberg und Kritik von Polizeigewerkschaft und Bürgermeistern hat die Anstaltsleitung reagiert: Die Überwachung soll erhöht werden, ein neues Personalkonzept kommen.

Fünf Fluchtversuche, bei denen Schubhäftlinge das Gelände verlassen haben, gab es heuer in Vordernberg, wie viele Fluchtversuche gestoppt werden konnten, will niemand sagen. Der jüngste Fall ereignete sich in der Nacht auf Dienstag: Drei Häftlinge flohen aus dem Anhaltezentrum - mehr dazu in Vordernberg: Drei Schubhäftlinge geflohen.

Technische Sperren und mehr Streifen

Ein Anhaltezentrum sei kein Gefängnis, hieß es dazu von der Anstaltsleitung - hier ginge es um Menschen, die kein Aufenthaltsrecht haben, nicht um verurteilte Verbrecher. Auf die Forderungen der Bürgermeister nach mehr Sicherheit werde aber eingegangen, so der Leiter Herwig Rath: „Zum einen reagieren wir darauf, dass wir im Außenbereich unsere technischen Sperren aufrüsten und erhöhen. Zum anderen intensivieren wir unsere Streifentätigkeit von Beamten des Anhaltezentrums im Außenbereich mit dem Einsatz von spezieller Ausrüstung.“

Flexibler werden

Der Kritik der Gewerkschaft, dass es zu wenig Personal gäbe, widersprach Rath: Man arbeite derzeit aber an einem Konzept, dass es erlaube, flexibler zu werden - abhängig von der Zahl der Insassen.

Geplant ist laut Rath, die Abläufe im Anhaltezentrum weiterhin ständig zu evaluieren

Schulungen zur Eigensicherung

Rath bestätigte, dass es in den vergangenen Monaten bei Zwischenfällen mehrere verletzte und auch schwer verletzte Polizisten gab - mehr dazu in Beamte in Vordernberg verletzt: „Ausnahmefall“ (24.8.2017). Hier reagiere man mit speziellen Schulungen zur Eigensicherung, so Rath: „Hier laufen zur Zeit mehrere Ausbildungsprojekte im Bezug auf Eigensicherung für unsere Leute - Einschreiten in den Wohngruppen, wie verhalte ich mich richtig, wie gehe ich um, wenn es zu Konfliktsituationen kommt.“

Weniger Konfrontationen mit Polizistinnen

Konfliktpotenzial ergäbe sich auch immer wieder daraus, dass muslimische Männer die Anweisungen von Polizistinnen nicht ernst nehmen wollen, so Rath - auch hier arbeite man an Verbesserungen: „Wir werden sie so einsetzen, dass sie nicht unbedingt in solche Situationen kommen, wo sie auf erhöhtes Aggressionspotenzial treffen. Grundsätzlich ist die Prämisse so, dass wir anstreben, vermehrt männliche Beamte einzusetzen.“

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