Neue OP-Methode bei Schultererkrankungen

Eine neue Operationsmethode bei Schultererkrankungen hat sich am Spitalsstandort Stolzalpe bewährt. Es ist eine weltweit neuartige Methode, die die Rotatorenmanschette betrifft. Statt eines Kunstgelenks wird ein Gewebe eingesetzt.

Die Rotatorenmanschette besteht aus Sehnen und Muskeln, durch die der Arm aktiv gehoben, sowie nach innen und außen gedreht werden kann. Verschleißerscheinungen oder sportliche Verletzungen strapazieren diese Manschette - und genau darauf spezialisierte sich das LKH Murtal, Standort Stolzalpe.

Spendergewebe statt Kunstgelenk

Eine gerissene Rotatorenmanschette heilt von selbst nicht mehr aus und das führt zu erheblichen Bewegungseinschränkungen, weiß der ärztliche Direktor, Michael Walter Jagoditsch. Bisher wurde in diesem Fall ein Kunstgelenk eingebaut. Auf der Stolzalpe wenden die Mediziner eine neue Operationsmethode eines japanischen Schulterspezialisten an, die weltweit nur ganz wenige Krankenhäuser durchführen wird, sagt Jagoditsch: „Jetzt hat man die Möglichkeit, mit diesem minimalinvasiven Eingriff, das heißt mit dem knopflochchirugischen oder schlüssellochchirurgischen Eingriff, diese gerissene Sehne mit einem sehr reißfesten Ersatzmaterial zu ersetzen."

Körper stößt Gewebe nicht ab

Bei diesem Material handelt es sich laut dem ärztlichen Direktor um kein körpereigenes Material, sondern um ein Fremdspendergewebe, das entsprechend aufbereitet wird: „Es ist Fremdgewebe, das aufgrunddessen, dass es menschliches Gewebe ist, kompatibel ist. Das heißt, es kommt zu keinen Unverträglichkeitsreaktionen, wie das bei einem synthetischen Fremdmaterial ganz leicht der Fall sein könnte.“ Der Körper könne das Gewebe nicht abstoßen und auch die Gefahr, dass Krankheitserreger übertragen werden, bestehe nicht, so Jagoditsch.

Methode für Patienten besser verträglich

Dieser knopflochchirurgische Eingriff ist weitaus weniger aufwendig und für den Patienten damit besser verträglich. Patienten erholen sich von dem Eingriff auch viel schneller. Diese Methode richtet sich vor allem an jüngere Patienten im Alter zwischen 50 und 65 Jahren, weil es in diesem Alter für ein Kunstgelenk laut dem Mediziner noch zu früh ist.

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