KPÖ befürchtet Preiserhöhung bei Fernwärme

Die steirische KPÖ befürchtet fast sechsprozentige Preiserhöhungen bei Fernwärme. Eine dringliche Anfrage an SPÖ-Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer soll am Dienstag Klarheit bringen.

In einem Pressegespräch kündigte KPÖ-Landtagsabgeordneter Werner Murgg an: „Die Energie Steiermark plant eine saftige Preiserhöhung“ - diese sei bereits beim Tarifbeirat beantragt worden und würde ab Sommer eintreten. Und das nicht gerechtfertigt, wenn es nach Murgg geht: „Es hat zwar seit 2015 keine Preisanpassung mehr gegeben, aber auf die geplante Erhöhung kommt man auch mit allen möglichen VPI-Anpassungen nicht.“

Dringliche Anfrage an Schickhofer

Von Schickhofer wolle man am Dienstag im Landtag wissen, ob bis 2020 Preiserhöhungen geplant seien, in welcher Höhe und was das geplante Projekt Big Solar konkret kosten werde, das Graz bei der Fernwärme-Versorgung von Mellach unabhängig machen soll. Denn: „Wir halten dies für einen volkswirtschaftlichen Unsinn, ein Projekt zu verfolgen, wenn Abwärme wie bei Sappi oder Mellach genutzt werden könnte“, so Murgg.

Zudem glaubt man bei der KPÖ, dass Big Solar nicht CO2-neutral sei. Daher bereitet die KPÖ auch einen Antrag für den Landtag vor, mit dem man eine zweite Fernwärme-Leitung vom Gastkraftwerk Mellach nach Graz führen könnte. Pläne dazu habe es schon gegeben, die Kosten dürften rund 100 Mio. Euro betragen.

Täglich 600 MW Fernwärme benötigt

An kalten Tagen brauche der Großraum Graz um die 520 MW an Fernwärme, langfristig 600. Aus dem Verbund-Kraftwerk Mellach südlich von Graz kämen rund 230 MW, bis 2020 vertraglich gesichert, um 19 Euro pro MWh. Das Fernheizkraftwerk in der Grazer Puchstraße liefere rund 185 MW zu 29 Euro pro MWh. Die Papierfabrik Sappi in Gratkorn nördlich von Graz stellt 35 MW über eine von einem Privaten zur Stadt geführten Leitung zu 38 Euro je MWh. Der Rest kommt aus kleineren Anlagen in und um Graz.

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