Ehefrau erstickt: Polizei fand Zettel

Ein 68-jähriger Steirer dürfte in der Nacht auf Mittwoch seine schwer kranke Ehefrau in Mariazell im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag erstickt haben. Am Tatort wurde ein Zettel gefunden - mit einem handschriftlichen Geständnis.

Die 66-Jährige dürfte gegen 2.30 Uhr in der gemeinsamen Wohnung in einem Mehrparteienhaus im Zentrum des obersteirischen Wallfahrtsortes ums Leben gekommen sein. Der 68-jährige Ehemann des Opfers rief dann in der Früh eine Verwandte an und berichtete ihr von seiner Tat - die Angehörige rief sofort die Rettung, die wiederum die Polizei rief. Der Verdächtige ließ sich anschließend widerstandslos am Tatort festnehmen, er hatte sich aber in der Zwischenzeit betrunken.

Mordalarm in Mariazell
APA/Josef Kuss
Der Tatort

Schon bei seiner ersten Befragung gestand der Ehemann, seine Frau erstickt zu haben, und auch das vorläufige Obduktionsergebnis deutet auf einen Tod aufgrund von Sauerstoffmangel hin.

Wollte Ehefrau „erlösen“

Die Ermittler hatten in der Wohnung dann auch eine handschriftliche Nachricht des Verdächtigen entdeckt - darauf ist eine Nachricht des Verdächtigen zu lesen, die einem Geständnis gleichkommt: Er wollte demnach seine Ehefrau offenbar „erlösen“.

Hintergrund der Tat dürfte der Gesundheitszustand der 66-Jährigen gewesen sein: Sie soll seit 2014 nach einem Sturz über eine Stiege pflegebedürftig gewesen sein. Sie hatte damals schwere Kopfverletzungen erlitten, die Folgebeschwerden wurden zunehmend stärker und chronisch, so Polizeisprecher Fritz Grundnig.

Zuletzt habe sie Essen verschmäht, weshalb sie auch im Krankenhaus war - erst vor wenigen Wochen wurde sie aus dem Spital nach Hause entlassen, sie verweigerte zuletzt aber offenbar jede ärztliche Hilfe. Der Ehemann soll gesagt haben, dass seine Frau nicht mehr leben wollte, und sie soll ihm gegenüber auch von Sterbehilfe gesprochen haben - das versuchen die Ermittler nun bei der Vernehmung des Verdächtigen sowie der Angehörigen abzuklären. Tatsache ist, dass das Opfer körperlich in schwachem Zustand war und weniger als 50 Kilogramm wog.

Mehrere Bluttaten innerhalb weniger Tage

In den vergangenen Wochen sorgten in der Steiermark mehrere Bluttaten für Entsetzen: In St. Stefan im Rosental tötete ein Oststeirer seine beiden Geschwister und verletzte seine Mutter schwer - mehr dazu in Nach Doppelmord: Obduktionsergebnis liegt vor (27.2.2018). Und in Mantscha im Bezirk Graz-Umgebung ermordete ein 22-Jähriger seine Großmutter - mehr dazu in Mord an 78-Jähriger: Enkel geständig.

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