Sozialberufe: Mehr Geld für gleiche Arbeitszeiten

Bei den Kollektivvertragsverhandlungen für die Sozialberufe hat es nach drei Monaten eine Einigung gegeben: Demnach gibt es ein Gehaltsplus von 2,5 Prozent und monatliche Zusatzzahlungen, aber keine Arbeitszeitverkürzungen.

Es waren ungewöhnlich harte und lange Verhandlungen, die es so für die Sozialberufe bisher nicht gab: Fast drei Monate lang wurde in insgesamt sechs Runden um höhere Gehälter und kürze Arbeitszeiten gerungen.

2,5 Prozent und monatliche Zusatzzahlung

Gelungen ist ein Teilerfolg, erklärt Anton Lamprecht, Betriebsrat im Odilieninstitut in Graz - er saß für die Gewerkschaft GPA mit am Verhandlungstisch: „In Summe war der Abschluss ein guter Abschluss, denn jedes Gehalt wird um 2,5 Prozent erhöht. Und Pflegeassistenten, früher Pflegehelfer, bekommen ab Oktober im Monat insgesamt 30 Euro mehr, und das geht dann rauf bis zum diplomierten Krankenpfleger - die bekommen 100 Euro mehr im Monat, zusätzlich zu den 2,5 Prozent.“

Erstmals legte auch diese Branche die Arbeit nieder, um mehr Druck zu machen - mehr dazu in Pflege: Arbeitgeber sehen „Kampfrhetorik“ (14.2.2018) und in Pflegewarnstreik: Mitarbeiter ausgesperrt (16.2.2018) - ein schwerer Schritt für viele Beschäftigte im Sozialbereich, schildert Lamprecht, doch die 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich bleibt angesichts der enormen Arbeitsbelastung die Hauptforderung.

„Arbeitszeitverkürzung bleibt auf Agenda“

„Das ist nicht von der Agenda gestrichen. Wir werden das weiter massiv fordern, und wir haben jetzt das erste Mal gezeigt, dass wir streiken können, und wir werden das auch in weiterer Folge tun, denn ein so hoher Prozentsatz unserer Kollegen, nämlich 70 Prozent, ist teilzeitbeschäftigt, und die können wir nicht hängen lassen“, so Lambrecht.

Im Herbst starten die nächsten Verhandlungen - wieder mit 20.000 steirischen Beschäftigten in der Sozialwirtschaft und vermutlich noch mehr pflegebedürftigen Menschen.

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