Mehr Frauen in die Technik

Die Bemühungen, Frauen für technische Berufe zu begeistern, sind in den letzten Jahren verstärkt worden. Auch beim Arbeitsmarktservice (AMS) setzte man hier einen Schwerpunkt - und dieser greife zunehmend, wie es heißt.

Die Wirtschaft läuft wieder besser, die Firmen produzieren mehr, und sie brauchen wieder mehr gut ausgebildete Mitarbeiter. Durch die zunehmende Veränderung der Arbeitswelt - Computer, Automatisierung oder Roboter sind nicht mehr wegzudenken - gibt es einen großen Mangel etwa an Informatikern - mehr dazu in Frauentag: Informatikerinnen gesucht -, und es gibt auch immer mehr Jobs für technische Facharbeiter.

Nicht überall ist Technik ein „Männerfach“

Was als klassischer „Männerberuf“ oder „Frauenberuf“ gilt, ist nicht überall auf der Welt gleich. Das könnte erklären, warum es in Ländern mit geringer Gleichberechtigung relativ viele Technikerinnen gibt - mehr dazu in Nicht global: Der männliche Techniker

500 Frauen topqualifiziert

Genau hier setzt man beim AMS an, indem man Frauen in Bereichen schult, die bisher mehrheitlich von Männern besetzt waren: „Wir haben jetzt in den letzten zweieinhalb Jahren 500 Frauen nur in technischen Berufen wirklich topqualifiziert - Lehrabschluss und höher. Wir haben auch eine mehrjährige Kooperation mit der Fachhochschule Joanneum und ermöglichen hier quasi ein Bachelor-Studium“, so Christina Lind vom Arbeitsmarktservice.

Technische Berufe verändern sich zunehmend

Geschult werden die Frauen, die über das AMS weitergebildet werden, im bfi-Ausbildungszentrum - dort sagt man, dass Frauen immer besser für technische Berufe geeignet seien, auch weil sich die Jobs an sich zunehmend verändert hätten, so bfi-Geschäftsführer Wilhelm Techt: „Das geht schon ein Stückchen weg vom alten Facharbeiterbegriff. Der technische Beruf, da brauch ich Kraft - aber das verändert sich massiv: Die Notwendigkeit der körperlichen Kraft nimmt durch die technischen Hilfsmittel massiv ab, und neue Skills wie IT, Prozessmanagement, Qualitätssicherung, Logistik gehen immer mehr in diese Berufe hinein.“

Jacqueline Leitgeb, Metalltechnikerin
ORF

Bereits jetzt, so Techt, seien ein Viertel aller 350 technischen Lehrlinge, die derzeit beim bfi für das AMS ausgebildet werden, Frauen. Ziel sei es, nun auch bei Umschulungen im späteren Alter vermehrt Frauen für die Technik zu gewinnen.

Die Kategorie „Frauen“ in der Politik

100 Jahre Wahlrecht für Frauen - dieses Jubiläum steht heuer auch im Mittelpunkt des Frauentags. Für die Historikerin Johanna Gehmacher hatte das Frauenwahlrecht, gerade auch nach 1945, den scheinbar „paradoxen Effekt“, dass mit der rechtlichen Gleichstellung die pauschalisierende Rede von „den Frauen“ in der Politik an Bedeutung gewann. Im Gespräch mit ORF.at betont sie: Damals wie heute müsse man aber immer hinterfragen: „Was hat jemand davon, wenn er behauptet, etwas für Frauen zu tun“ - mehr dazu in „Paradoxe Effekte“ des Frauenwahlrechts (news.ORF.at).

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