Film-Fragmente der Menschenrechte

Die Stadt Graz feiert 2016 ein besonderes Jubiläum: „15 Jahre erste europäische Stadt der Menschenrechte“. Zu diesem Anlass wird sich Ende April das Filmfestival „fragments“ intensiv mit dem Thema Menschenrechte auseinandersetzen.

„Fragments - das Filmfestival der Menschenrechte Graz“ findet heuer von 21. bis 25. April zum ersten Mal statt. Intendantin Sarah Julia Stroß will den Blick auf Begriffe wie Toleranz, Selbstbestimmung und Freiheit lenken: „Das Projekt ist mit meinem lieben Kollegen und Freund Franz Grabner entstanden, der auch lange Jahre für den ORF als Dokumentarfilmchef tätig war. Ich denke, gerade über Filme kann man so viel erreichen, Bewusstsein schaffen, weil es einfach eine andere Ebene des Erlebens eröffnet.“

Die Flucht im Fokus

45 Dokumentar-, Kurz- und Spielfilme aus 29 Nationen sind im Programm, „dabei ist Flucht ein Schwerpunktthema, weil es momentan das bestimmende Thema ist und auch viele Aspekte der Menschenrechte abbildet“, erklärt Stroß, und weist auch auf eine zweite Programmschiene hin: „Die beschäftigt sich mit allgemeinen Themen der Menschenrechte.“

Filme
fragments
Filmausschnitt aus „9 days from my window in aleppo"

Ein Spezial zeigt Arbeiten syrischer Filmemacher, unter anderem die Kriegsdokumentation „9 Days from my Window in Aleppo“. Als Österreich-Premiere beleuchtet Marc Silvers Doku-Drama „3 1/2 Minutes, 10 Bullets“ rassistisch-motivierte Konflikte zwischen Justiz und Bevölkerung der USA. Eröffnungsfilm am 21. April ist der diesjährige Gewinner der Berlinale: „Fuocoammare“ von Gianfranco Rosi - 108 packende Minuten auf Lampedusa. Eine Personale widmet sich dem oscar-nominierten Filmemacher Abderrahmane Sissako.

Sendungshinweis:

„Der Tag in der Steiermark“, 4.4.2016

Die Filmvorführungen laufen unter anderem im Megaphon Auschlössl, im Café Parks in der Zinsendorfgasse und im Schubertkino, wo mit „Casablanca“ auch ein echter Klassiker gezeigt wird.

Sihem Bensidrine als Ehrengast geladen

Gemeinsam mit dem ETC Graz, dem „European Training Center for Human Rights“, wurde zudem ein umfangreiches Rahmenprogramm gestaltet: „Wir freuen uns, dass wir als Ehrengast Sihem Bensidrine, eine tunesische Friedensaktivistin und Journalistin, nach Graz einladen konnten. Sie lebte von 2008 bis 2010 in Graz im Exil. Und Tunesien ist ein spannendes Land, weil in den letzten sieben Jahren hier wahnsinnig viel passiert ist und Sihem eine zentrale Figur war. Unter anderem hat sie eine Organisation mitbegründet, die letztes Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde“ sagt Stroß.

„Filme können viel Bewusstseinsarbeit leisten“

So breit gefächert wie das Thema Menschenrechte ist also auch das Festivalprogramm: „Ich würde mir wünschen, dass für jeden etwas dabei ist - und besonders, dass viele junge Menschen kommmen. Die Filme können viel an Bewusstseinsarbeit leisten. Und gerade junge Menschen sind ein Publikum, bei dem das auch gut wirkt. Aber generell ist jeder willkommen, der sich für das Thema Menschenrechte interessiert oder interessieren lässt - was uns fast noch mehr freuen würde.“

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