Oststeirer will Ennstaler Bergschecken retten

Mit seinen Sonnenschweinen hat sich der Oststeirer Norbert Hackl bereits in ganz Österreich einen Namen gemacht. Nun hat sich der Bio-Bauer der Rettung der Ennstaler Bergschecken verschrieben und will die Rinderzucht vorantreiben.

„Der Ennstaler Bergschecke ist ein geflecktes Tier, das relativ viel Weißanteil hat. Der Kopf ist ganz weiß, auch die Füße sind meistens ganz weiß. Es ist ein hellrotes Scheckenrind und kleiner als ein normales Rind. Es ist ein sehr schönes Tier“, schwärmt Norbert Hackl von den Bergschecken.

Illegal weitergezüchtet

Der Ennstaler Bergschecke sei vor einigen Jahrzehnten der Verdrängungszucht zum Opfer gefallen, meint Hackl: „Da wurde auf Leistung gezüchtet. Mehr Milch und mehr Fleischanteil wurden gefordert. Viele Rassen wurden verboten, die durften nicht mehr gezüchtet werden. Aber es hat ein paar Sturschädel gegeben, Bergbauern, die diese Rasse illegal weitergezüchtet haben. Und denen muss man heute danken, dass es noch Ennstaler Bergschecken gibt.“

Rind Ennstaler Bergschecke
Labonca / Matthias Brandstätter

Sendungshinweis:

„Guten Morgen Steiermark“, 3.6.2016

Mittlerweile wird diese als höchst gefährdet eingestufte Rasse wieder vermarktet: „Das Besondere an diesem Tier ist die Fleischqualität. Das Fleisch ist sehr feinfaserig, hat viel intramuskuläres Fett. Aber vor allem der Rahmen und das Aussehen des Tieres ist einfach besonders und daher schützenswert“, meint der Bio-Bauer.

Keine Enthornung der Rinder

Für seinen respektvollen Umgang mit den Sonnenschweinen hat der Burgauer Biobauer 2010 den österreichischen Tierschutzpreis erhalten, und auch mit dem Projekt Bergschecke setzt er hohe Standards - so dürfen die Tiere nicht enthornt werden: „Das Horn wird sehr unterschätzt. Das ist ja kein lebloses Gewächs, das man einfach wegschneiden kann. Es ist durchblutet und hat Nerven. Es ist ein Symbol für das Rind, ist für das Selbstbewusstsein wichtig und auch eine Waffe. Auch der Gleichgewichtssinn wird damit gestärkt, und es ist wichtig für die Verdauung.“

Außerdem trinken die Bergschecken-Kälber mindestens sechs Monate Muttermilch, die Tiere müssen den Sommer auf der Weide verbringen und im Laufstall ohne Anbindung gehalten werden - und dass auf dem Labonca Biohof Bio-Futter auf dem Menüplan steht, versteht sich von selbst.

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