Wenn Essen krank macht

Essen kann durch Unverträglichkeiten und Allergien zum Spießrutenlauf werden. Lebensmittelunverträglichkeiten treten immer häufiger auf und werden oft als Trend abgetan. Doch was steckt dahinter, und was kann man tun?

Wenn Essen krank macht, ist der gesamte Tagesablauf davon betroffen: Die geeignete Milch muss gefunden werden, das entsprechende Brot zu Hause sein und die passende Jause für unterwegs bereits daheim zubereitet werden.

Allergie oder Unverträglichkeit?

Häufig spricht man bei negativen Reaktionen auf Lebensmittel von einer Allergie. Was aber viele nicht wissen: Nur höchstens fünf Prozent der Bevölkerung leiden wirklich an einer Lebensmittelallergie. Bei jedem Dritten handelt es sich um eine Intoleranz - also ein Unverträglichkeit: Das passiert dann, wenn das Immunsystem mit bestimmten Substanzen im Essen nicht umgehen kann.

Arten von Lebensmittelunverträglichkeiten

Am weitesten verbreitet ist die Laktose-Intoleranz - die Unverträglichkeit von Milchprodukten.

Milchglas
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Besonders weit verbreitet: die Laktose-Intoleranz

Darauf folgt die Fruktose-Intoleranz, wo der Körper den Fruchtzucker nur schwer aufnehmen kann. An dritter Stelle steht die Histamin-Intoleranz, bei der sich Substanzen vor allem in Produkten finden, die lange lagern oder reifen - also beispielsweise in Wein, Salami oder Käse.

Sendungshinweis:

„Radio Steiermark am Vormittag“, 15.1.2018

Mittlerweile schon sehr verbreitet ist aber auch die Glutenintoleranz: „Bei der Glutenunverträglichkeit handelt es sich eigentlich um eine Autoimmunerkrankung. Das Gluten, das in sehr vielen Getreidesorten enthalten ist - in Weizen, Roggen und Dinkel zum Bespiel -, ist ein Protein, und wenn das in den Körper gelangt, dann gibt es einen Mechanismus im Darm, wo der Körper anfängt, nicht nur gegen das Gluten zu reagieren, sondern auch gegen körpereigene Stoffe - das heißt, das Gluten induziert diese Reaktion gegen den eigenen Körper, und das ist sehr schwerwiegend, weil der Körper die eigene Darmschleimhaut entzündlich angreift, was chronische Folgen haben kann“, erklärt Natalie Walter, Ernährungswissenschaftlerin von Styria Vitalis.

Glutenfreies Brot
APA/dpa-Zentralbild/Jens Kalaene
Bei Glutenunverträglichkeit handelt es sich eigentlich um eine Autoimmunerkrankung

Alternativen wären da etwa Hirse oder Quinoa, auch Reis oder Kartoffel sind glutenfrei.

Bin ich betroffen? Und wenn ja, wovon?

Symptome für eine Lebensmittelunverträglichkeit können sehr unterschiedlich sein: „Häufig sind Blähungen, Völlegefühl, Durchfall, Erbrechen, es gibt aber auch pseudoallergische Reaktionen wie Hautausschläge oder Atemnot“, so Walter.

Allergietest
APA/dpa/Jens Büttner

Wichtig ist daher abzuklären, auf welche Stoffe der Körper negativ reagiert und wie man sie durch verträgliche ersetzen kann, sagt die Ernährungswissenschaftlerin: „Bei der Laktose geht es am einfachsten - da macht man einen Laktosebelastungstest: Der Patient geht zum Arzt und bekommt eine Menge von etwa 50 Gramm Laktose auf nüchternen Magen, und es wird die Zuckermenge im Blut getestet - wenn der Zuckerspiegel nicht ansteigt, heißt das, dass die Laktose nicht verdaut werden konnte. Bei Fruktose- oder der Histamin- oder Glutenintoleranz hat das oft genetische Ursachen, da reichen Belastungstest meist nicht aus, da gehen genetische Untersuchungen oft mit einher, die aber schmerzfrei sind.“

Geschmackvolles Genießen ohne Reue

Die Nahrungsmittelindustrie hat schon längst reagiert und profitiert von den Unverträglichkeiten: So wurden etwa glutenfreie Produkte, also jene, die kein Getreide enthalten, mittlerweile zum Milliardengeschäft. Wer eine Lebensmittelunverträglichkeit hat, kann sich aber sehr leicht auch selbst geschmackvolles - und passendes - Essen zubereiten. Wir haben hier einige schmackhafte Rezepte zusammengestellt:

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