Ein Mordfall zwischen Fakten und Fiktion

In ein slowenisches Dorf entführt Meta Osredkars Debütroman „Hochwürden stirbt grausam“. Dort spinnt die Autorin das Netz ihrer Geschichte aus historischen Fakten - blutrünstig, ironisch und bissig.

Mit dem Titel ist die Tat des Krimis bereits klar: „Hochwürden stirbt grausam“ - der Priester eines kleinen Dorfs in der slowenischen Provinz wird tot aufgefunden: Blutüberströmt liegt seine Leiche im eingeschalteten Solarium. Schon auf den ersten Seiten erfährt man vom extravaganten Lebensstil des Pfarrers: Im Kleiderkasten hängen gleich zwölf Pelzmäntel und ein Kardinalsgewand aus schwerer Seide, in mehreren Laden finden sich große Geldbeträge.

"Hochwürden stirbt grausam"
Wieser-Verlag

Viele Verdächtige und noch mehr Motive

Ein Blick in die Garage offenbart auch eine Vorliebe für teure Autos, die noch dazu mit Gold und Halbedelsteinen verziert sind. Das Pfarrhaus präsentiert sich wie eine kleine Festung: Die Fenster sind mit goldenen Gittern gesichert, ins Haus gelangt man nur durch eine massive Sicherheitstür - Kamera-Überwachung ist da selbstverständlich.

Stellt sich also die Frage: Wie konnte der Mörder ins Haus gelangen? Erste Befragungen durch die Polizei ergeben, dass der Herr Pfarrer nicht nur wegen seines aufwendigen Lebensstils in seiner Gemeinde alles andere als beliebt war. Motive gibt es zuhauf, als Täter kommen gleich mehrere Personen in Frage.

Sendungshinweis:

„Der Tag in der Steiermark“, 3.2.2017

Jeder löst Fälle auf seine Weise

Drei Beamte ermitteln - und sie könnten nicht unterschiedlicher sein: der griesgrämige, weil Midlife-Crisis-geplagte Inspektor Kos, sein junger Assistent Simon und der meist fröhliche Psychologe Edi. Im Zuge der Ermittlungen taucht auch noch ein verstaubtes Tagebuch aus der Zeit der Isonzoschlacht im ersten Weltkrieg auf, alte Geschichten rund um die Partisanen werden zum Thema, geheimnisvolle schwarze Gestalten gesichtet, Gerüchte um Reliquien und Zauberkräfte machen die Runde.

All das immer in einem leicht ironischen Ton geschrieben - dann wieder mit schwarzem Humor und etwas bissig. Am Ende stellt sich heraus, dass es gut ist, dass drei so unterschiedliche Typen in dem Mordfall ermitteln: Jeder der drei löst den Fall auf seine Weise, und alle kommen zum richtigen Schluss.

Link:

Werbung X