Der Sprachgarten Admont - für uns!

Einen ganz besonderen Garten hat das Stift Admont der Volkshilfe zur Verfügung gestellt: Im Sprachgarten „garteln“ Ehrenamtliche wie Petra Sterl mit Flüchtlingen - die so spielend leicht die deutsche Sprache erlernen können.

Der Feuerwehrmann, die gute Seele einer Notschlafstelle oder der Musikant im Blasmusikverein: Sie alle gehören zur großen „Familie der Freiwilligen“ in der Steiermark! Die „Steiermark heute“-Serie „Für uns“ holt sie vor den Vorhang - mehr dazu in Für uns! Die Freiwilligen der Steiermark.

„Deutsch-Stunde“ im Gartenparadies

In Admont finden seit vielen Jahren Flüchtlinge aus Tschetschenien und Armenien Zuflucht - nun sehen viele von ihnen fröhlich der Erntezeit entgegen, denn seit dem Vorjahr bauen sie gemeinsam mit Ehrenamtlichen im 450 Quadratmeter großen Sprachgarten des Stiftes fleißig Obst und Gemüse an. Ganz nebenbei erlernen die Flüchtlinge so die deutsche Sprache und knüpfen neue Kontakte und Freundschaften - sie ernten also nicht nur Gemüse, sondern sie legen auch den Grundstein für eine mögliche gute Zukunft in Österreich.

Frauen beim Arbeiten
ORF.at

Dabei werden sie von den ehrenamtlichen Mitgliedern der Volkshilfe unterstützt - etwa von Petra Sterl, die beruflich im Nationalpark Gesäuse tätig ist: „Wir bieten natürlich auch formelle Deutschkurse an, aber hier gibt es die Möglichkeit des informellen Austausches. Man redet über ganz normale alltägliche Dinge, und abseits der typischen Lernsituation lernt man so ganz nebenbei Deutsch.“ Das Erlernen der Sprache steht somit ganz ungezwungen im Vordergrund.

Ein wichtiger Beitrag zur Integration

Eine, die das Angebot des Sprachgartens mit viel Freude nutzt, ist Larissa Kalinova: „Ich habe zu Hause in Tschetschenien 18 Jahre lang in einer Schule gearbeitet. Ich habe hier keine Arbeit und bin sonst immer zu Hause. Dafür kann ich im Garten sprechen und Deutsch lernen.“

Larissa
ORF.at

Sendungshinweis:

„Steiermark heute“, 31.7.2015

Die junge Tschetschenin kann sich so mittlerweile sehr gut auf Deutsch verständigen: „Der Garten ist wichtig für mich“, sagt sie mit glänzenden Augen, ehe sie sich wieder an ihre Beete macht.

Helfende Hände und offene Ohren

Der Sprachgarten ist ein offener Ort der Begegnung: Hier gibt es keine Zäune; jeder ist willkommen. So finden auch Admonter den Weg hierher und genießen den Kulturaustausch: Viele bieten dann etwa gemeinsam mit den Ehrenamtlichen helfende Hände beim Gartenanbau, aber auch offene Ohren für Gespräche.

Männer beim Arbeiten
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Engagement aus Überzeugung

„Es ist lustig hier, gemeinsam etwas zu machen, es laufen immer Kinder rundherum, es macht einfach Spaß und Freude“, schwärmt Petra Sterl. Seit drei Jahren engagiert sie sich nun schon mit vollem Einsatz in der Flüchtlingshilfe. Anfangs wollte sie dabei vor allem Russisch lernen - heute hilft sie aus Überzeugung: „Da kommen Menschen zu uns, weil in ihrem Herkunftsland Krieg und Unterdrückung herrschen. Und daher ist es mir ein Anliegen, dass wir diese Menschen bei uns gut aufnehmen.“

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Der Sprachgarten Admont - für uns!

ORF Steiermark-Reporterin Ulli Enzinger hat den Sprachgarten in Admont besucht.

Etwas bewegen können

Für ihr Engagement wird sie immer wieder mit besonderen Erlebnissen belohnt: „Zwei Familien, die wir über mehrere Jahre begleitet haben, bekamen nun eine Aufenthaltsberechtigung. Wenn solche Briefe kommen, sind das natürlich ganz tolle Tage“, freut sich Sterl - wissend, dass sie mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit etwas bewegen kann.

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