Ein Ball zum Spielen - das war der Tuntenball

„Let’s Play“ hat das Motto des 29. Tuntenballs am Samstag in Graz gelautet - und egal, ob Herzdame, Super Mario, Prinzessin oder Schachfigur: Der Tuntenball bot eine glamouröse Spielwiese. Hier finden Sie die Bilder der Nacht.

So farbenfroh und vielfältig wie die Kostüme, so bunt sind auch immer wieder die Mottos am Grazer Tuntenball. Über 2.000 Besucher verwandelten den Grazer Congress in eine großes Spielfeld. Tennisspieler neben Einhörnern, Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Figuren und Kartenspielen - das Wichtigste dabei: „Sei du selbst“, so Organisator Joe Niedermayer.

„Brauchen Aufklärung“

Unter dem Generalthema „Let’s Play“ wollte der Tuntenball auch heuer wieder aufregen und damit die Gleichstellung Homosexueller fördern. Die Wahl des Ballnamens hat allerdings mit einem weiteren wichtigen Thema zu tun - das Ziel des Tuntenballs sei die Aufklärung: „Damit aus Spiel und Spaß nicht irgendwann ernst wird“, heißt es.

„Wir brauchen Aufklärung als wichtigen Teil des Spiels, egal ob im Sexualunterricht, oder um gesellschaftlich verankerte Vorurteile endgültig aus dem Weg zu räumen“, erklärt Roman Schneeberger, künstlerischer Leiter des Tuntenballs: „Wir haben alle einen Spieltrieb in uns. Dank ihm lernen wir unsere Mitmenschen erst richtig kennen.“

Sendungshinweis:

„Steiermark heute“, 25.2.2018

Preisvergabe mit „Grenzwertigkeit“

Ein Fixpunkt am Ballabend war neben der Kür der Miss Tuntenball - heuer wurde Rachel Estrella Cloud gekürt - und der Prämierung des schönsten Einzel- und Gruppenkostüms die Vergabe der Goldenen Panthera: Die Goldene Panthera ist ein Couragepreis für Menschen, die sich durch ihr besonderes Engagement in der Homo-, Bi- und Trans- und Inter-Community auszeichnen. Der Preis soll auch die Öffentlichkeit dazu bewegen, mehr Akzeptanz gegenüber LGBTQ-Themen zu zeigen.

In diesem Jahr wurde der Preis an Tom Lohner verliehen: „Tom ist jemand, der allen Menschen völlig offen gegenübersteht. Jede Art von Unterschied ist ihm völlig gleichgültig. Er macht das ganz selbstverständlich, lebt diese Art zu sein", so ein Teil der Begründung.

Zur Eröffnung tanzte das Tuntenball-Ballett: Neben Walzertanz gab es auch eine poppige Showeinlage auf einem Schachhfeld. Miss Alexandra Desmond eröffnete schließlich den Tuntenball zu den Klängen des Kaiserwalzers.

„Let’s Play ist auch Fair Play“

„’Let’s Play’ bedeutet für mich auch ‚Fair Play‘. Der spielerische Gedanke für ein friedliches Miteinander liegt mir sehr am Herzen und auch die Hürden des Lebens sollte man immer spielerisch nehmen", so „Tuntenballmutti“ Alexandra Desmond, die den Ball zum neunten Mal moderierte.

Hinter dem Grazer Tuntenball steht der Verein der RosaLila PantherInnen. Der Reinerlös des Balls kommt auch dieses Jahr dem gemeinnützigen Verein zu Gute. Der Verein ist Anlaufstelle für „lesbische, schwule, bi- und transsexuelle Menschen wie auch für alle, die uns brauchen“, lautet die Selbstbeschreibung. Der Verein bietet eine besondere Hilfestellung, sei es nun in Form von Beratung, als Ansprechpartner oder Unterstützung in anderen Aspekten.

„Celebrate Diversity“

Die Förderung der Akzeptanz aller Menschen, unabhängig von Herkunft, Rasse, Religion oder Sexualität, ist das Ziel des Tuntenballs. Dass alle Menschen gleich sind, versucht der Veranstalter Jahr für Jahr mit einer wohl einzigartigen Behandlung seiner Gäste zu unterstreichen: Es gab auch heuer keine VIPs - alle Gäste wurden gleich behandelt, und auch Promis mussten sich selbst um ihre Tickets kümmern.

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