Im k.u.k. „Cafewaggon“ durchs Südbahnmuseum

Mitte des 19. Jahrhunderts ist die erste Hochgebirgs-Eisenbahn, die Semmeringbahn, gebaut worden. Am südlichen Punkt der Strecke, in Mürzzuschlag, steht das Südbahnmuseum, wo es echte Raritäten zu bewundern gibt.

Es war ein Meilenstein, den Carl Ritter von Ghega mit dem Bau der Semmeringbahn setzte, war es doch wohl das spektakulärste Eisenbahnprojekt des 19. Jahrhunderts. Die Initialzündung für den Bau der Strecke war die Märzrevolution von 1848.

Die Lokalbahn von einst

Rudolf Habermann vom Südbahnmuseum erklärt eine Lokalbahntype aus der K.u.K. Zeit.

Eisenbahn in Handarbeit gebaut

Die Lok von einst ist heute im Südbahnmuseum in Mürzzuschlag zu bewundern - sie entstand in mühsamer Handarbeit, erklärt die Leiterin des Südbahnmuseums Kerstin Ogris: „Hier haben wirklich aus der gesamten Monarchie Menschen gearbeitet, also viele Italiener, Ungarn, Böhmen, und die haben eigentlich in Handarbeit diese Eisenbahn dann gebaut mit sehr wenigen technischen Hilfsmitteln.“ Eine Meisterleistung, die 1998 sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde.

Südbahnmuseum Mürzzuschlag Ausstellung

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13 Stunden und vier Minuten

13 Stunden und vier Minuten hat man früher für die Strecke von Wien über Mürzzuschlag bis nach Triest über den Semmering gebraucht - damit hat die Südbahn die Reisesehnsucht der Menschen gestillt. Die Strecke hatte aber auch noch andere Zwecke erfüllt, sagt Ogris: „Eisenbahn ist ja sehr viel mehr als eine Lokomotive, die sich bewegt. Eisenbahn hat sehr viel bewirkt in unserer Region, ob das Industrie ist und der Tourismus, das sieht man heute noch an allen Ecken und Enden.“

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Raritäten und Einzelstücke

So führt durch diese vielfältige Geschichte der Eisenbahn nun das Südbahnmuseum. In zwei Ausstellungshallen gibt es neben Dampf- und Elektrolokomotiven auch die größte österreichische Draisinen- und Motorbahnwagensammlung zu sehen, darunter wahre Raritäten, so Rudolf Habermann: „Das Emblem der Firma Austro-Daimler, eine ganz berühmte Auto- und eben auch Draisinenfabrik, und zwei Exemplare sind ganz besondere Raritäten. Von diesen Typen gibt’s noch ein Stück, und das steht bei uns.“

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Ein besonders exquisiter Treffpunkt war der k.u.k. Cafewaggon, wo man sich auch heute noch auf seiner Eisenbahnzeitreise bei Kaffee und Kuchen laben kann.

Sendungshinweis:

„Steiermark heute“, 22.4.2017

Schwierigste Strecke für Lokführer

Die Semmeringbahn zählt aber nicht nur zu den bedeutensten Kulturschätzen der Welt, sondern auch zu den schwierigsten Strecken für Lok-Führer - vor allem bei Nacht, Nebel und Regen, wie ein ehemaliger Lok-Führer erzählt: „Da hat man vorsichtig fahren müssen, damit man die Reibung zwischen Schiene und Rad nicht verliert. Da hat es eigene Vorrichtungen gegeben, damit man den Sand zu den Rädern hingeblasen hat, um die Reibung zu erhöhen.“

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Aber auch wenn man heute noch über den Semmering von Wien nach Graz fährt, „dann fährt man über die alten Viadukte von über 160 Jahren, das hat sich nicht verändert“, gibt Ogris zu bedenken.

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