Phil Collins ist erster Kunstuni-Ehrendoktor

Die Kunstuniversität Graz (KUG) hat am Mittwoch dem englischen Sänger, Schlagzeuger und Schauspieler Phil Collins den Ehrendoktortitel verliehen - es ist das erste Ehrendoktorat der KUG überhaupt.

Collins, seit einem komplizierten Knochenbruch gehbehindert, kam mit Stock auf die Bühne des Theaters im Palais der KUG und erntete sofort tosenden Applaus. Der ehemalige Genesis-Frontman plauderte in der Folge aus seinem reichhaltigen Nähkästchen, darunter sein Geständnis, keine Noten lesen zu können, seine intuitive Art, Songs zu schreiben und seine Bewunderung insbesondere für etablierte Jazz-Musiker wie Quincy Jones, Buddy Rich, Ron Carter oder Stan Getz.

Phil Collins

APA/Erwin Scheriau

Viele der Anekdoten, die der 68-Jährige über seine Karriere erzählte, finden sich in seiner 2016 auch auf Deutsch erschienenen Autobiografie „Not Dead Yet“ (deutscher Titel: „Da kommt noch was“, Anm.). Unter diesem Motto läuft auch die aktuelle Tournee, deren kommender Europaabschnitt am 2. Juni in Österreich startet.

KUG verlieh zum ersten Mal Ehrendoktorwürde

Rektorat und Senat der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz beschlossen auf Initiative des Instituts Jazz, zum ersten Mal in der Geschichte des Hauses ein Ehrendoktorat zu vergeben. Die Auszeichnung wird für Collins’ großen Verdienste im Bereich der Jazz- und Populärmusik vergeben.

ORF-Steiermark-Reporterin Ilse Amenitsch hat mit Phil Collins gesprochen (englisch)

„In einem von Vielfalt, Offenheit und Mut zur Entgrenzung geprägten Zugriff auf Kunstschaffen, Lehre und Forschung begegnen sich der Künstler Phil Collins und die Kunstuniversität Graz. Eine persönliche Verbindung entstand über das Institut Jazz, dessen Zusammenarbeit mit Phil Collins in Zukunft weiter vertieft werden soll“, heißt es von der Kunstuni Graz.

Phil Collins

APA/Erwin Scheriau

Die Verleihung am Mittwoch fand im Rahmen eines Konzertes des KUG JazzOrchesters mit The Vine Street Horns & Brad Cole statt - die Horns sind die Blasinstrumentengruppe von Collins. Das Konzertprogramm bestand vor allem aus der Setlist der zweiten Bigband-Tournee von Collins aus dem Jahr 1998, darunter einige Neuarrangements von Genesis-Stücken und Solokompositionen, wie „That’s All“ und „In The Air Tonight“.

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