Silvester: Für Tiere der pure Stress

Für die meisten Menschen gehören Raketen, Böller und Knaller zu Silvester einfach dazu. Gerade für Hunde und Katzen, aber auch für Wildtiere bedeutet die Silvesterknallerei puren Stress. Tierschützer rufen daher zum Raketenverzicht auf.

Es ist pure Angst, die viele Hunde und Katzen zu Silvester durchmachen: Viele verkriechen sich unter dem Sofa, zittern, hecheln, sind durch nichts zu beruhigen. Pamela Payer, Tierärztin beim Aktiven Tierschutz Steiermark, kennt die Symptome und weiß, woher sie kommen: „Sie wissen ja einfach nicht, woher das kommt, und sie hören es auch um ein Vielfaches lauter als wir Menschen - ängstliche Hunde etwa werden da natürlich noch viel ängstlicher.“

Hunde nicht frei laufen lassen

Andrea Hasler, Mitarbeiterin in der Arche Noah, rät, Hunde jetzt nicht frei laufen zu lassen: „Beim Spazierengehen die Hunde gut sichern und sie einfach nicht allein draußen lassen, weil wenn dann ein Schuss fällt, dann schreckt sich der Hund und läuft weg.“

Medikamente sind eher problematisch

Als Besitzer sollte man sein Tier in einem möglichst ruhigen Raum lassen, bei ihm bleiben und es streicheln und beruhigen. Medikamente gegen die Angst sieht der erfahrene Grazer Tierarzt Felix Pfleger problematisch, „weil die ganzen Beruhigungsmittel, die am Markt sind, entweder narkotisch wirken, oder die andere Möglichkeit mit Tranquilizern nur dann wirkt, wenn der Hund oder die Katze nicht nervös ist“.

„Man sollte einmal an die Tiere denken“

Auch gebe es oft gegenteilige Reaktionen, also dass Hund oder Katze sich noch mehr aufregen. Deshalb bittet die Tierschützerin Andrea Hasler: „Man sollte einmal an die Tiere denken, wie die Tiere leiden, wie viel Angst die Tiere haben, wie viel Stress sie haben, und man sollte sich ein Feuerwerk wirklich gut überlegen.“

Auch für die Zweibeiner wäre der Verzicht oft sicherer. Denn zu Silvester haben HNO-Ärzte und plastische Chirurgen wegen schwerer Raketen- und Böllerverletzungen Hochsaison - mehr dazu in Silvesterböller und Raketen: Unterschätzte Gefahr.

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